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Ohne bessere Kategorie, nicht bestimmte Reisen betreffend

GPS Spielchen reloaded – Explorer Max Square

Ich hab immer gerne GPS-Spielchen gemacht, durchs Seesegeln auf fremden, unterschiedlichen Yachten hatte ich sehr früh ein mobiles GPS-Gerät. Damit konnte man nicht herumlaufen, weil der Batteriesatz ziemlich genau 20 Minuten gehalten hat – und davon 15  für den ersten Fix (Positionsbestimmung). An einer entsprechend großen externen Batterie auf einer Yacht war das aber ziemlich brauchbar.

Mit dem nächsten Gerät wurde es dann möglich, dieses wirklich mobil zu benutzen. Ich hab versucht, ob ich das Finden und Fotografieren von Punkten, an denen volle Längengrade auf volle Breitengrade stossen, ein interessantes Projekt sein könnte. Diese Punkte sind erstaunlich oft schwer zugänglich, nach ein paar Versuchen war dann auch wieder Schluss.

Das alte GPS 75 wurde fest auf der Roald Amundsen verbaut und die Position des Schiffes alle 20 Minuten aufgezeichnet und zusammen mit den Tagesmeldungen verschickt – daraus habe ich mit Hilfe der Generic Mapping Tools Karten mit dem Track des Schiffes erzeugt – inzwischen scheint das abgeschaltet zu sein – so sahen diese sehr primitiven Karten damals aus.

Dann kam Geocaching auf, das war auch ne schöne Geschichte – erst in Berlin, dann in Hamburg. Allerdings gab es da neben uns eher erlebnisorientierten Genusscachern auch (viele) sehr konkurrenzgetriebene, das wurde mir schnell zu anstrengend.

Dann kam irgendwann Ingress und die Planungstools dazu – das war auch geil, aber wieder was völlig anderes.

Meine Bewegungsdaten zeichne ich seit ewigen Zeiten auf, die letzte Auseinandersetzung mit GPS-Daten und Navigation waren ja auch hier im Blog Thema.

So, und jetzt gibts da was für mich neues, mal abgesehen davon dass ich die Heatmaps meiner Radwege wunderschön finde:

Für das neue Spiel musste ich mich bei Strava anmelden, weil das eigentlich für mich interessante Tool Veloviewer seine Daten von Strava verdaut.

Strava ist sowas ähnliches wie Facebook für Sportler: Man kann sich gegenseitig zeigen, was man für ein krasser Sport-Hengst ist, sich Kudos geben, auf irre vielen Strecken virtuell gegeneinander antreten und gemeinsam Ausfahrten planen.

Veloviewer saugt diese Daten an und generiert allerhand Mehrwert für Rennradfahrer, mich interessiert aktuell dabei aber nur, dass es eine Aggregation der Orte gibt, an denen ich schon mal mit dem Rad langgefahren bin.

Dazu nutzt Veloviewer die Kartendaten von OpenStreetmap, die in Kacheln eingeteilt sind. Diese Kacheln sind hier in der Hamburger Gegend in der größten Kartenauflösung ungefähr 1450 x 1450 m groß (hier gibts Details).

Die Grundidee des Spiels ist, möglichst viele zusammenhängende Kacheln zu befahren. Zusammenhängende, überfahrene Kacheln ergeben eine gemeinsame quadratische Fläche, deren Kantenlänge gezählt wird – dies wird als Max Square bezeichnet. Quadratisch ist wichtig – es geht nicht einfach nur um Kacheln, sondern um zusammenhängende in quadratischer Ausdehnung. Das geht aber eben nur, wenn innerhalb dieses Quadrats wirklich alle Kacheln befahren wurden.

Befahrene Kacheln färbt Veloviewer rosa, zusammenhängende quadratische Flächen aus befahrenen Kacheln blau. Der Unterschied zwischen unbefahrenen und befahrenen Kacheln ist etwas schwer erkennbar – Wihelmsburg hab ich komplett, es hat einen blauen Rahmen:

Veloviewer – Explorer Max Square

Um das dadurch entstehende Max Square möglichst groß zu bekommen, muss ich also erstmal ein paar Kacheln im Hafen befahren. Zum Teil sind diese gar nicht so einfach zu erreichen. 🙂

In meinem favorisierten Routenplaner bikerouter.de kann man die gleiche Ansicht erzeugen (in dem man die entsprechende Ansicht aus Veloviewer exportiert) und dann entsprechend eine Route durch die fehlenden Kacheln planen – allerdings sind hier die Kacheln, die man noch offen hat, blau markiert und nicht die, die man schon im Sack hat.

bikerouter mit eingeschalteten Max Square Tiles

Ich hab mal für die ersten Blocker im Hafen eine Route geplant und versuche, da überall ranzukommen. Bei der Kachel, die den Containerterminal Buchardkai abdeckt, bin ich mir nicht sicher, ob ich bis dahin komme.

Insgesamt wird es um Hamburg ein paar Kacheln geben, die einfach gar nicht mit dem Rad erreichbar sind (im nächsten Bild ist ein Beispiel rot markiert) – bei Airbus kommt man nicht aufs Gelände, und das Mühlenberger Loch fällt zwar trocken, aber fürs Radfahren reicht das bei weitem nicht. Eventuell geht das aber mit der Fähre, die nach Cranz fährt.

Mit dem Rad nicht erreichbar

Mal sehen, was das wird.

Es gibt einen Blogartikel, wie die Großmeister dieser Kunst eben auch unfahrbare Kacheln erreichen – oder es versuchen.


Einen Tag später…

Ich bin eine kleine industrialstyle Radtour durch den Hafen gefahren und hab mir alle Tiles für mein 7×7 geholt. Kalt war es, und … industriell.

Uber dem A7 Elbtunnel – mehr Bilder hinter dem Link

Das nach der Tour neue Spielfeld sieht nun so aus:

Mein erstes Maxsquare 7×7

Obwohl die nächste Erweiterung (Richtung Westen und Süden) relativ einfach sein sollte, schwant mir, dass man dafür immer weiter in unterschiedliche Richtungen fahren muss – vielleicht ist das aber auch Sinn der Sache. 🙂

Der Track sieht entsprechend albern aus, aber an mindestens zwei Stellen kommt man eben nur über die gleiche Route wieder weg.

Fotografen: Wir müssen reden!

Ich geb ja zu, ich hab ziemlich unheilbar G.A.S. im Endstadium.

Deswegen musste ich mir neulich auch ne neue Kamera kaufen – meine schon für Wechselobjektivsysteme recht kleine Kamera passt selbst nur mit Pancake einfach nicht gut in meine Lenkertasche – was kleines musste ran, und nach etwas Herumnerden wurde es nicht die, die irgendwie alle kaufen (Sony Cyber-shot DSC-RX100 VII), sondern eine Canon PowerShot G5 X Mark II.

Erstens, weil Sony seinen ehrlichen Kunden mal ein Rootkit auf ne DVD gebraten hat – das ist zwar Jahre her, aber von so einem Hersteller will ich nix mit Strom kaufen, zweitens, weil die Canon sich besser halten läßt, eine offenere Blende kann und das UI nicht so beschissen ist, wie es eben bei Sony ist. Die geringere Maximalbrennweite und der schlechtere Autofokus stören mich eher nicht. Ausserdem war sie deutlich billiger.

Also – ich hab diese neue Kamera und benutze sie viel, weil sie einfach in die Hosentasche geht. Die Kamera übererfüllt alle meine ursprünglichen Erwartungen an eine Taschenkamera bis auf:

  • die Akkulaufzeit (nach ~220 Bildern ist Schluss mit dem Akku). Immerhin kann man über usb-c nachladen.
  • Gegenlichtaufnahmen (mach ich gerne) sind komplizierter, wenn sie geil werden sollen, als mit der MFT
  • die Modus- und EV-Räder verstellen sich relativ leicht ungewollt

Ansonsten habe ich im Urlaub (eine Woche Dagebüll – wir schreiben bestimmt noch was) auch mein normales MFT Zeug mit, aber überhaupt nicht benutzt. Selbst bei unserem Tagesausflug nach Amrum hab ich nur die kleine Kamera in die Tasche und ein Ministativ in die andere gesteckt und fertig.

Und – Überraschung – ich brauchte kein Makro, kein 800mm Tele, kein großes Stativ, x weitere Objektive zwischen WW und Tele mit großer Offenblende und so weiter, ich hab es mir gespart, viele Kilos durch die Gegend zu schleppen.

Wobei ja schon mein MFT Set abgespeckt ist, vorher bin ich mit Nikon F unterwegs gewesen, da hat alleine ein Telezoom soviel gewogen, wie alles MFT-Zeug zusammen. Vorteil war aber, dass man ohne Probleme Nägel damit einschlagen konnte. Hab ich nur selten gebraucht.

Zurück zur Canon: Selbst einen Pilz von nah und unten oder einen auf die Kamera zu rennenden Hund konnte ich gut ablichten, und solange man ein Stativ hat, sind auch Bilder im Dunklen kein wirkliches Problem.

Das ging nur, weil ich immer nen kleines Stativ dabei habe. Auch auf dem Weg zum Essen.

Bis auf das letze Bild sind die alle im Fokus und scharf.

Mit ohne großes Besteck beim Fotografieren

Ich glaub, ich brauch das dezidierte Set nur noch für Spezialaufgaben, wie Nachthimmel, Seeadler-Stalking, Veranstaltungen. Und ich finde das gar nicht schlecht – 300g statt 6kg geben mir ne Menge Freiheit. Das ist etwas schade, aber auch sehr geil.

Das Album mit den Bildern, die es bis zu Flickr geschafft haben.

Selbst ein aktuelles Handy kann (bis auf die eingeschränkte Brennweitenauswahl) da schon einiges, was früher der Profiklasse vorbehalten war. Und die Premium-Handys scheinen sich ja in Richtung Multi-Brennweite zu entwickeln. Ne passende Stativklemme dazu – fertig.

Die, die ihr auch viel fotografiert – oder zumindestens rumschleppt – geht Euch das auch so? Oder habt Ihr da FOMO at the decisive moment?

Extrablatt: Salami im Schlafrock – der TEST

Wie in Marsian Mountains – na fast bereits angeteasert, folgt hier der große Salami im Schlafrock Vergleichstest.

Die Kontrahenten sind (trommelwirbel):

Die Kontrahenten

Warum?

Ich brauche beim Radfahren leicht nachfüllbare Energie, und zwar ab und zu auch mal was salziges, nicht immer nur süsses. Die in Frage stehenden Produkte schmelzen nicht, haben eine stabile Verpackung, und sind leicht an der Tanke zu bekommen, nehmen Geknautsche in der Lenkertasche nicht all zu übel, sind auch im Fahren leicht weggemümmelt und sie sauen einem nicht die Hände, Handschuhe oder Klamotten ein.

Ich werde diese Reihe aber auch mit Süssem fortsetzen, dazu fräse ich mich gerade parallel durch Fruchtschnitten und Anverwandte.

Die Bifi (es gibt einen Haufen unterschiedliche Sorten) ist eine Minisalami eines mittelständischen deutschen Herstellers, der von Unilever aufgekauft wurde und später den Namen und das Produkt an den us-amerikanischen Fleischsnack-Hersteller Jack Link’s verkauft hat. Produziert wird die Bifi wohl immer noch in Ansbach. Mehr zum Hintergrund von Bifi bei Wikipedia.

Der Konkurrent gibt sich modern, fleischlos und kommt von Rügenwalder Mühle, ebenfalls einem deutschen Fleischproduzenten, der seit 2014 immer mehr fleischlose, aber fleischartige Produkte anbietet. Mehr zum Hintergrund von Rügenwalder Mühle bei Wikipedia.

Rügenwalder hat bei uns einen Bonus. Sie bieten ein vegetarisches Produkt (vegetarische Mühlenfrikadellen) an, auf das unser Kater hereinfällt und es für katzenessbar hält – er hat sonst ein sehr feines Näschen für den Unterschied zwischen gemüse- und fleischbasierten Fertigprodukten und das ist für uns ein guter Gratmesser, ob es lecker ist 🙂

Die Bifi hab ich als XXL Version getestet, ich hoffe mal, dass sich diese von der Zusammensetzung und so weiter nicht von der normalen Version unterscheidet, an der Tanke gab es nur diese.

Interessant ist, dass Bifi speziell für ’nach dem Feiern‘ bewirbt. Also, wenn man Brand hat, dringend was in den Magen braucht und wegen der Elektrolyte auch gleich was salziges will. Das macht Sinn, ist aber auch gleichzeitig etwas arm…

Sensorischer Test

Oben Bifi, unten Mühlensnack

Komplett auspacken sollte man beide lieber nicht – lecker sieht das nicht aus, eher wie ein schlimmer Unfall beim Backen mit Kindern.

Also immer schön aus der Packung raus essen!

Bei der Bifi fällt uns (Nadja hat mit getestet) auf:

  • da isser sofort – der klassische, widerlich-geile Geruch beim Öffnen
  • das ‚Brot‘ ist trockener und etwas härter, aber keine Sorge, Zähne braucht man dafür nicht. Das Brot hat kleine Löcher.
  • Die ‚Wurst‘ besteht deutlicher aus unterschiedlichen, weicheren und härteren Elementen, ist insgesamt härter und muss schon gebissen werden (hier sind Zähne eindeutig von Vorteil). Kaut sich gut, salzig.
  • Im Abgang schmeckt man eine leichte, typische Billig-Salami-Säure, auch wenn eine richtig gute Salami gar nicht sauer ist

Links Bifi, rechts Mühlensnack

Bei der Rügenwalder ist uns aufgefallen:

  • das Brot ist süsser, aber auch salziger und noch weicher
  • die ‚Wurst‘ besteht aus einer eher gleichmäßigen Masse und ist insgesamt nicht so fest wie die Salami
  • angenehmer Geruch
  • kein unangenehmer Nachgeschmack
  • der Name ist scheisse! Daran muss Rügenwalder echt noch arbeiten. „Ich hätte gerne einen Vegetarischen Mühlensnack im Teigmantel“ klingt irgendwie komisch, oder?

Nährwerte

Nährwerte Mühlensnack

Nährwerte Bifi

Nährwerte auf 100g Bifi Mühlensnack
Brennwert (kcal) 459  357 
Fett (g) 31 21
Kohlenhydrate (g) 31 29
Protein (g) 14 13
Salz (g) 2,3 2

Die Bifi hat also mehr bums, und wenn man mal abseits von Tagestouren auf dem Rad etwa 2000 kcal für einen Tagesgrundumsatz (für einen mittelalten, zu fetten, eher großen Mann) annimmt, schon ein sattes Viertel davon!

Kosten

Der Mühlensnack ist deutlich teurer, nimmt man die Preise für 20iger bzw. 24iger Großpackungen, kostet ein Mühlensnack (50g) 1,45 Euro, eine (40g, also nicht xxl) Bifi im Teigmantel nur 83 Cent.

Gleichzeitig ist Bifi auch leichter verfügbar, der Mühlensnack eher ein Exot in der Tanke.

Fazit

Generell sind beide Produkte geschmacklich schon sehr nah bei einander, ich finde den Mühlensnack geschmacklich besser, aber die Bifi vom Kauen her befriedigender.

Ich behaupte, dass es sehr schwer ist, diese gezielt unterscheiden zu können, wenn man sich nicht darauf vorbereitet und beide direkt vergleicht.

Die Unterscheidung ist allerdings sehr leicht, wenn man direkt eine Nase an der gerade aufgerissenen Verpackung nimmt, weil so ekelhaft und gleichzeitig geil riecht einfach nur Bifi.

 

 

Routing und Navigation fürs Rad

Dieser Artikel ist ziemlich technisch, dafür überhaupt nicht touristisch – solange Du nicht schöne Strecken für Radtouren finden und abfahren willst, brauchst Du ihn eher nicht zu lesen. 🙂

Im Gegensatz zur Auto-Navigation (wie hier für 2015 und hier für 2020 beschrieben), mach ich das Planen und Routing für Fahrradtouren anders, GoogleMaps ist für mich da nicht die beste Lösung.

Komoot

Die Planung einer Rad-Strecke habe ich lange mit komoot gemacht.

Komoot basiert auf Openstreetmap (ab jetzt OSM), einem weltweiten opensource Projekt von Karten-Nerds, die eine frei verfügbare, routingfähige Kartografie entwickelt haben. Es gibt einige OSM-Spezialversionen, z.B. OpenRailwaymap (für Pufferküsser) und OpenSeamap (für Salzwasserliebhaber) und noch einige mehr – auf Grundlage von guten Kartendaten werden einfach Specialinterest-Themen verkartet, eine tolle Sache.

OSM für Pufferküsser

Jede:r kann bei OSM mitmachen und die Karte verbessern – durch das Hochladen von Tracks, Änderungsvorschläge, Hinzufügen von Informationen und Klassifikationen von z.B. Weguntergründen.

Die Qualität von OSM-Karten ist generell sehr hoch und aktuell. Inzwischen stellen viele Kartografiebehörden ihre Rohdaten für OSM zur Verfügung.

Komoot verwendet eine visuell vereinfachte OSM-Karte und bietet Routing für verschiedene Freizeitaktivitäten an, z.B. Wandern, Radfahren, Mountainbiken und so weiter. Komoot ist eine deutsche Firma und will natürlich Geld verdienen. Dies tun sie, indem sie ihr Kartenoverlay für eine Handy-App zur Verfügung stellen, damit man mit Komoot erstellte Routen auch abfahren/laufen kann. Die Karten fürs Handy kosten per Karte (Region) ein paar Euro, für 30 Euro (oder so) gibt es alle Karten zusammen – ich finde, das lohnt sich, weil die Karten besonders auf einem kleinen Bildschirm aufgeräumter erscheinen.

Komoot lebt auch von der Benutzer-Interaktion, so kann man sogenannte Highlights erstellen (oder vorhandene kommentieren) – Orte, die man anderen empfehlen möchte, die sich lohnen. Damit kann man interessante Orte finden, aber auch viel Quatsch, weil Benutzer, die solche Orte erstellen, dafür mit virtuellen Plaketten belohnt werden. Also eine zweischneidige Sache, aber es hilft oft, die neuesten Kommentare zu Orten an der geplanten Route zu lesen, um z.B. mitzubekommen, dass ein Weg gesperrt ist, weil da gerade ne Autobahn gebaut wird oder sowas.

Das Routing zum Wandern ist nach meinen Erfahrungen ziemlich gut, obwohl ich beim Wandern noch lieber Papierkarten verwende – man braucht nicht so irre viele, weil man einfach nicht so weit kommt 🙂 und es ist ein Griff, ein Blick und gut. Auf dem Rad sind mir Papierkarten aber zu umständlich.

Das Routing zum Radfahren ist schon mal besser als das von Googlemaps, aber es geht trotzdem oft entlang von Strecken, die ich in der Praxis eher nicht benutzen würde, weil es z.B. eine parallele bessere, ruhigere, mit besserem Belag versehene und so weiter Strecke gibt.  Wenn man sich auskennt, kann man das am PC korrigieren – einfach an der Strecke zupfen und diese verlegen – mobil geht das leider nicht (so toll).

Komoot versucht, für Rennräder andere Routingkriterien anzuwenden als für Mountainbikes, in den Abstufungen dazwischen ist dann oft aber nicht klar, warum die Routingentscheidung so fällt, wie sie fällt.
Das ist einerseits angenehm, weil es dadurch aufgeräumter wird, andererseits reitet es einen schon mal in die Scheisse oder auf eine Bundesstrasse ohne Parallelradweg.

Immerhin zeigt Komoot den Strassenbelag und den Strassentyp an, daraus kann man schon viele Schlüsse ziehen. Es zeigt auch das Höhenprofil an, das ist in dem abgebildeten Beispiel aber nicht so interessant.

komoot - Wegtypen

Was genau der Unterschied zwischen Asphalt und Straßenbelag ist? Ich habe keine Ahnung, aber das kann man sicher mit Hilfe der OSM-Klassifikationen für die Oberfläche herausfinden.

Ein großes Problem für mich: Ich kann mit komoot auf dem Handy kaum Routen planen, zumindest nicht, wenn ich die vorgeschlagenen Routen einfach anpassen möchte. Das ist für mich wichtig, wenn ich mehrere Tage unterwegs bin, und den nächsten Tag von dort planen möchte, wo ich abends angekommen bin.

Also – schon ganz gut, aber ich hab rausgefunden, dass es was besseres gibt, zumindest fürs Rad.

Bikerouter.de

Beim Umsehen in der Schnelle-Rumpeltouren-mit-Minimalgepäck-Szene bin ich über den Routenplaner der CXBerlin auf den Bikerouter.de gestossen –  beide basieren auf OSM-Karten und bieten Routing speziell für Fahrradfahrer, technisch wird brouter genutzt.

Das ist richtig geiler Scheiss!

Wie immer muss man sich etwas einfummeln, wenn es um ein Tool geht, das eine größere Komplexität abbildet, dafür bietet es aber auch viel mehr Möglichkeiten.

Es gibt eine sehr gute, deutschsprachige Anleitung mit Tipps und Tricks zu bikerouter vom Autor Marcus Jaschen.

bikerouter Screenshot

Bikerouter in Aktion

  • Besonders wertvoll für mich ist die Möglichkeit, bestimmte POI (Points Of Interest) einzublenden, z.B. alle Stellen, an denen man Wasser (z.B. freie Wasserhähne auf Friedhöfen) oder Lebensmittel/Junkfood bekommt – da kann man dann auch noch mal unterscheiden zwischen Bäckern, Tankstellen, Supermärkten und so weiter. Genauso kann man sich Shelter und alles mögliche in die Karte einblenden lassen.
  • Man kann No-Go-Aeras definieren, und damit bestimmte Gebiete vom Routing ausschliessen,
  • mit Hilfe von Overlays besondere Eigenschaften hervorheben, wie z.B. mit dem Gravel-Overlay. Damit ist es z.B. möglich, Sandwege und Kopfsteinpflaster sehr früh als solche zu identifizieren und dann zu meiden.
  • Es gibt mehrere Grundprofile, z.B. Tourenrad, Rennrad, MTB, Gravel in verschiedenen Ausprägungen (schnell, sehr wenig Verkehr, nass (irgendwas für MTB, fragt nicht…))
  • Es stehen einige Grundkarten mit unterschiedlichen Informationsgewichtungen und auch Satellitenbilder zur Verfügung, um die Route auch damit abzugleichen zu können.
  • Bikerouter bietet ein Höhenprofil, auch wenn das rund um Hamburg nicht so viel hilft, wie in Gegenden mit ernsthaften Steigungen.
  • Man kann die Route leicht eigenen Bedürfnissen anpassen, z.B. Orte/POI, die man direkt passieren möchte, um Junk nachzukaufen, auf der Karte markieren, die Route wird dann entsprechend angepasst.
  • Die Planung funktioniert hervorragend auch auf einem kleinen Bildschirm (z.B. Smartphone)
  • die meisten persönlichen Einstellungen werden in die URL kodiert, d.h., man kann sich eine geplante Route bookmarken oder auch anderen Leuten zum Betrachten schicken, ohne sie in ein GPX-File (das übliche GPS-Datenaustauschformat) zu exportieren. Hier findest Du z.B. die Planung für eine Tour von Harburg nach Cuxhaven mit meinen Einstellungen. Für Details muss man etwas reinzoomen. Das stimmt natürlich nur für eine gewisse Zeit, die Route wird über die Fixpunkte in der URL gerendert, wenn die unterliegende Karte eine Änderung (z.B. eine Strasse wird umkategorisiert oder einfach gesperrt) erfährt, wird der Betrachter eine andere Route sehen als der Ersteller.
  • Für den Austausch der exakten Route gibt es natürlich einen GPX-Ex- und Import, das ist auch das Format, dass übliche Radcomputer und Navigationssoftware wie komoot, OSMand und andere lesen und verarbeiten können.

Ok, da ist sie, die Route – und jetzt? Wie kann ich diese abfahren?

Geplante Routen fahren

Auf dem Rad gibt es üblicherweise zwei Möglichkeiten, eine Route abzufahren – entweder benutzt man ein Smartphone mit einer passenden App, oder einen dafür spezialisierten Radcomputer.

In beide muss die Route irgendwie reinkommen, und da ist ein Wort der Warnung angebracht:

Vorsicht beim Import von GPX-Daten in andere Routingsoftware! Du musst unbedingt darauf achten, die GPX-Datei im Original zu importieren! Routingsoftware versucht oft, ‚unbekannte‘ Teilstücke aus dem Routing herauszufummeln (ohne den Benutzer zu informieren) und um das aus ihrer Sicht unfahrbare Stück herumzurouten. Wenn das passiert, biegt man im schlimmsten Fall anders ab als eventuelle Mitfahrer mit der Originalroute, was zu schlimmen Unfällen führen kann!

Bei Komoot (ich würde wegen der Übersichtlichkeit immer am Rechner importieren, die Route taucht dann auch auf dem Handy auf) gibt es seit einiger Zeit beim Importieren eines GPX-Files die Auswahl:

Der Originalroute folgen

Bitte immer ‚der Originalroute folgen‚ auswählen. Bei CXBerlin ist das Importieren auch für andere Kombinationen von Software und Geräten beschrieben: Nie mehr Falschabbieger sein – Tutorial.

Also – mit Komoot kann man einen GPX-Track importieren, komoot meckert dann, dass in diesem Import unfahrbare Abschnitte enthalten sind und fertig. Wenn Dich das unsicher macht, kannst Du Dir diese Abschnitte genauer anzeigen lassen und die Warnung dann immer noch in aller Ruhe ignorieren.

Mit anderer Software hab ich keine Erfahrung – es scheint aber ein größeres Problem zu sein, sonst gäbe es solche Rants einfach nicht.

Der Gerät

Nadja benutzt komoot mit dem Handy auf dem Rad, ich eigentlich nicht. Smartphones haben für mich ein paar Nachteile:

  • der Batterieverbrauch bei GPS-Betrieb immer noch relativ hoch
  • sie sind nicht wasserdicht
  • Handys sind allgemein eher empfindlich
  • die notwendige Handyhalterung verdeckt die Kamera, den Fingerabdrucksensor und macht das Handy allgemein schwerer benutzbar
  • sie treiben sich im Internet rum und bieten alle möglichen spontanen Ablenkungen (Benachrichtigungen und so)

(und noch bestimmt ein paar mehr).

Ich benutze einen Radcomputer (in meinem Fall von Garmin, ansonsten gibt es auch von Wahoo sehr gute Geräte), der auch noch andere Daten (bei mir Tritt-  und Herzfrequenz, je nach dem, mit welchem Rad ich unterwegs bin) misst, anzeigt und aufzeichnet und mir natürlich den Weg anzeigt.

Trotzdem importiere ich meine Routen in komoot:

  • Mein Garmin kann diese von dort sehr bequem (per wifi) importieren
  • als Backup, falls Garmin unterwegs die Grätsche macht
  • zum Teilen mit Nadja oder anderen, wenn wir gemeinsam fahren

Zum Reinnerden ins Thema Radcomputer empfehle ich als Startrampe den GPSRadler.

Für Gelegenheitsnutzer ist der Weg über das Handy sicher der einfachere und vor allem der viel billigere. Man braucht erstmal nur ne brauchbare Handyhalterung – das isses. Bei einem älteren Handy wird ne Powerbank sicher nicht schaden.

Ich finde die Halterung von Klickfix super, wenn ich die nicht hätte, würde ich mir wohl mal Quadlock genauer ansehen. Für totale Einsteiger tun es auch die günstigen Rubberman oder Finn.

Klickfix und Garminhalterung auf Ortliebtasche

Klickfix- und Garminhalterung auf meiner Lenkertasche

Bei der Verwendung von Komoot auf dem Handy ist es noch wichtig, die Route offline verfügbar zu machen, damit man auch im Funkloch (also überall ausserhalb von Ballungsgebieten) navigieren kann.

Auch auf einem Radcomputer braucht man natürlich die passende Karte auf dem Gerät. Bei Garmin kann man z.B. die garmin-eigenen Karten auch durch OSM-Karten ersetzen. Mir gefallen diese besser, und wenn man sie regelmäßig updatet, sind sie auf jeden Fall aktueller.

Los geht’s

Zum eigentlichen Route abfahren schreibe ich hier erstmal nix, das ist weitestgehend selbsterklärend.

Sei gewarnt, komoot (und wohl alle anderen Routing-Apps) und auch Radcomputer verhalten sich nicht unbedingt vorhersagbar oder gar schlau, wenn man von der geplanten Route abweicht (egal, ob weil man einfach zu doof ist, oder es wirklich nicht anders geht).

Strategien, mit einem durchdrehenden Routingsystem umzugehen, und schnell und ohne U-turns wieder auf den Track zu kommen, unterliegen allerstrengster Geheimhaltung, die dahinter steckenden militärischen Weltraumtechnologie-Algorithmen sind höchst vertraulich, Kritik daran ist unangebracht.

Aber das ist dann genau der Spaß, weswegen man das alles macht 🙂

Nach der Tour ist vor der Tour – Errorhandling

Findest Du beim Fahren einer Route einen Fehler, der auf Fehler im OSM Kartenmaterial zurückgeht, kannst Du diesen melden oder sogar korrigieren – entweder direkt bei Openstreetmap, das geht aber auch via Komoot.

Mir ist das am letzten Wochenende passiert: Es ging einfach nicht weiter, weil die Strasse in einem Privatgrundstück endete. Ich hab mit dem Besitzer geschnackt, sehr nett – und ich war wohl nicht der erste.

Falsches Routing

Zuhause hab ich dann eine Notiz an die fragliche Stelle gemacht: https://www.openstreetmap.org/note/2847243 – die Stelle wurde inzwischen korrigiert. Das kann man ausprobieren, in dem man auf die URL der Strecke von weiter oben klickt oder auf den folgenden Screenshot daraus guckt:

Korrigiertes Routing

Die Strecke führt nun den Weg einen Weg weiter westlich entlang, es wird nicht mehr über den privaten Weg geroutet. Toll, oder?

Angeregt durch Colin (den Bearbeiter meiner Anregung) hab ich dann doch mal probiert und nach dem Durchspielen des Tutorials im browsergestützten Karteneditor (einfach H tippen), ein paar Änderungen bei mir vor der Haustür vorgenommen, Es ist wirklich einfach.

Witzig: Meinen Openstreetmap Account hab ich 2007 angelegt, dann aber nicht so viel damit gemacht. Wird ja langsam mal Zeit, das zu ändern…

Fazit: Es ist ziemlich einfach, Änderungen anstossen und dies sollten wir als Nutzer auch tun, davon leben community getriebene Karten – die nächste fährt dann einfach ein kleines bißchen richtiger.


Warum ich zwei Halterungen (für Handy und GPS) an meiner Lenkertasche habe? Ich benutze das Handy gerne für weitere Erkundungen, z.B. um einen Fahrradladen zu finden (mit googlemaps) und dann gezielt von der Route abzuweichen ohne das Routing und damit auch die Aufzeichnung auszuschalten, oder um um andere Apps zu benutzen.

In solchen Fällen ist es toll, das Handy nicht in der Hand halten zu müssen, also hab ich mir für meine Lenkertasche nen entsprechenden Deckel gedruckt, in den die Halterungen eingeschraubt werden können.

Ein neues Fahrrad für Ausflüge und zum Abreagieren

Früher[tm] habe ich längere Radreisen unternommen (längere wie in zum Nordkap und zurück). Spätestens seit dem Umzug nach Hamburg habe ich das Rad eigentlich nur noch als Verkehrsmittel genutzt, mein 3×8-Gänge-Hydraulikbremsen-Blackburn-Träger-Superduper-Reiserad war nach über 15 Jahren Nutzung ziemlich auf und wich einem Stadtrad mit Nabenschaltung (die Bremsen und den Sattel hab ich da dann aber wieder drangeschraubt…).

Seit 2017 habe ich ein Stromrad. Das hat dazu geführt, dass ich die ~40km Arbeitsweg am Tag wirklich bei jedem Wetter (auch im Winter, solange es nicht glatt war), gefahren bin. Man kann einfach viel entspannter Regenzeug oder warme Klamotten tragen, ohne gleich eine eigene Sauna zu betreiben und muss dann am Ziel nicht duschen. Dieses Rad wurde mir nach 2,5 Jahren mit ~17.000 km Laufleistung aus dem Keller geklaut. Ich hab mir dann aber wieder ein ähnliches gekauft und den Keller mit Wanddübeln, sehr dicken Ketten und soweiter gegen Diebe verbonkert.

Das Stromrad nutze ich eigentlich nur für Termine, nicht für Ausflüge. Auch, weil ich da nicht alleine bin und ein Stromrad unfair gegenüber den anderen ist.

Dann kam die Pandemie und Homeoffice. Und ich hab richtig zu genommen, keine täglichen 40km machen selbst mit einem Stromrad einiges aus, wenn man genauso weiter frisst wie vorher.

Im April 2020 hab ich angefangen, einfach so aus Bewegungswillen mit meinem normalen Rad (man sagt jetzt Bio-Bike, wie bekloppt. Bio-Break, Bio-Bike, Bio-BallerBaller) rumzufahren. Es erschien mir falsch, das mit dem Stromrad zu tun, bzw. es bringt einfach mehr für den Körper, wenn man auf Hilfe verzichtet beim Ballern.

Dieses Rad hat mich wieder auf den Geschmack gebracht, ich hab die Gesamt-Übersetzung verändert, so dass es berggängig genug für die Harburger Berge ist und bin wieder längere Tagestouren (so bis 100km) gefahren. Dafür wurden mir die Veränderungsmöglichkeiten des Rades aber zu gering, und ich hab mir nach langem Herumnerden auf Fahrradwebseiten ein neues Rad bestellt, das mehr meinen Anforderungen entspricht:

  • insgesamt bequeme, aber sportlichere Sitzhaltung
  • deutlich mehr Elastizität im Rad (das Stadtrad ist bocksteif, was auf längeren Strecken enorm ermüdend wirkt)
  • Getriebenabe (ja, aus meiner Sicht: Kettenschaltung stinque), aber mit großem Übersetzungsbereich und Riemenantrieb, da ich gerne im Dreck fahre. Der Wartungsaufwand ist einfach viel geringer, beim Riemenantrieb genau null (das geklaute und das aktuelle Stromrad haben Riemenantrieb, es ist ein Traum, Abnutzung bisher nicht messbar)
  • mehr Umgreifmöglichkeiten am Lenker trotz Getriebenabe, also Dropbar/Rennlenker
  • 28er Laufräder, auf die schnelle und gleichzeitig komfortable Reifen montiert werden können
  • genug Ösen für eventuelle Montage von Schutzblechen, Gepäckträgern, Flaschenhaltern und Zeug für Touren mit Übernachtungen
  • Stahlrahmen. Nachhaltiger, elastisch, reparierbar.
  • sehr gutem Dynamo und Licht – auch zur Stromversorgung für Radcomputer/Handy bei längeren Touren

Der Hersteller nennt die Grundkonfiguration Gravelbike, ich würde sagen, es ist irgendwo zwischen klassischem Randonneur und Rennrad mit Hochgeschwindigkeitstreckerreifen.

Und abgenommen hab ich. Noch nicht genug (so 15kg bisher), aber schon mehr, als ich mir im letzten Jahr draufgefressen habe. Deswegen musste ich keine gewichtssparenden und aus Umwelt- und Haltbarkeitssicht mehrfach zweifelhaften Carbon-Komponenten bestellen – die weitere Gewichtsreduzierung des SYSTEMgewichts findet nicht am Gerät, sondern am Körper statt 🙂

Seit ein paar Tagen hab ich das Rad endlich – es war eine lange, schwierige Wartezeit, weil gerade alle wie bekloppt Fahrräder kaufen und irgendwelche Zwerge in einem Bergwerk im Allgäu meinen Rahmen zusammendengeln und dann noch die gewünschten Komponenten jagen gehen mussten.

Ich hab mir richtig was gegönnt – will sagen: Es war wirklich teuer, es gibt wohl viele Leute, die weniger für ihr Rad ausgeben, als ich für die Lichtanlage, und immer noch viele, die weniger Geld für ihr Rad ausgeben, als ich für die Schaltung – aber es ist wirklich geil.

Genug der Rechtfertigung – ich hab mir das einfach GÖNNUNG^wgeleistet.

Lieferung – die Spedition war super, hatte noch nie so viele und genaue Angaben, wann die bei mir auftauchen – inklusive einer Ankündigung/Entschuldigung einer halbstündigen(!) Verspätung. Wir sind doch nicht in der Schweiz – sehr, sehr geil.

Ein Riesenkarton. Auspacken.

Fahrrad im Transportkarton

Zusammenbauen: Lenker montieren, Pedale montieren. Sattelhöhe korrigieren. Reifendruck – ok. Licht – ok.

Faaaan…

Is geil.

Es macht tierisch Spaß – will sagen, es fährt geil und ich finde, es sieht auch geil aus:

Rennstahl Rohloff Gravel XL

Rennstahl Logo

Kühlerfigur

Wenn man näher ran geht, fällt das Logo auf – das sieht aus wie eine Northrop B-2 Silhouette im Leni Riefenstahl Style. Oder wie ein Ufo aus Neuschwabenland. Das ist mir vorher (beim Rumnerden) überhaupt nicht aufgefallen. Es ist aber wohl einfach das A aus RennstAhl.

Für Radnerds ein paar mehr Details (alle anderen können hier eigentlich aufhören, zu lesen):

  • Die Rohloff wird mit Campa-Brems/Schaltgriffen geschaltet, das ist möglich durch die Rohbox. Mit dem linken Bremsgriff schalte ich hoch (1 oder 2 Gänge in einem Zug), mit dem rechten runter. Funktioniert astrein, die Abstufung ist angenehm klein und gleichmäßig. Es gibt keine Ganganzeige, hab ich aber bisher auch noch nicht vermisst – ich schalte einfach so, dass ich mich in einer 80/90 Kadenz befinde und gut, so wie mit dem alten Rad auch (da gab es eine Ganganzeige, aber kaputt).
  • Eine Klingel bräuchte ich eigentlich nicht, der Freilauf ist laut genug, dass die meisten davon aufmerksam werden 🙂
  • Licht. Also Licht, so wie im Auto. SON Edelux II macht ein klares,

    Forumlader App Screenshot

    Forumslader App – Screenshot

    großes, komplett gleichhelles Lichtfeld vom Vorderrad bis zum klar definierten Ende. Ich trau mich damit, in kompletter Dunkelheit (ohne Strassenbeleuchtung) 30 zu fahren, weil die gut beleuchtete Wegstrecke so groß ist, dass ich darin anhalten könnte. Trotzdem geht kein Licht in den Gegenverkehr oder reflektiert von Strassenschildern, wie bei anderen (selbst bei anderen zugelassenen) Scheinwerfern.
    Warum hat mir das vorher keiner gesagt?
    Ich hab einen Forumslader, also ein per Dynamo-Wechselstrom ladbare Powerbank, mit der man wiederum per USB andere Dinge laden kann. Der SON Nabendynamo macht da nen guten Job. (Screenshot von der zugehörigen App)

  • Reifen: Schwalbe G-One Allround. Ich bin erst 100 km oder so gefahren, ich empfinde sie als angenehm und sicher zu fahren. Sie sind leise, kein unangenehmes Surren oder so, aber dafür haben sie dann auch zu wenig Profil?
    Die gibts übrigens auch mit Reflexstreifen, leider sind meine ohne – werde mir wohl noch diese Speichenleuchtdinger reinpopeln (müssen).
    Ich fahr die mit Schlauch, ich finde, das tubeless ne ziemliche Sauerei ist.
  • Pedale waren schwierig zu bekommen, ich hab jetzt erstmal welche mit Klick und Flat auf der Rückseite (wie an meinen anderen Rädern auch). Ich finde ich ja Flats in bestimmten kitzligen Situationen gut, auch wenn ich mal kurz barfuss oder mit normalen Schuhen fahren will.
  • Transport: Ich hab vorne ne Klickfix/Ortlieb-Lenkertaschen-Halterung und für hinten einen schnellabnehmbare Rack/Taschen-Kombi (Tailfin Aero Trunk Top Bag). Das soll erstmal reichen und zur Tailfin Tasche schreib ich bestimmt noch mal was gesondert, wenn ich die auch wirklich benutzt habe – die Anmutung und die Montage ist super. Ich finde jedenfalls Arschrakete doof, die Tailfin bewegt sich keinen Millimeter und lässt sich leicht (in 20 Sekunden) abnehmen oder ansetzen.
  • Sattel ist der für mich schon bewährte Brooks Cambium C17 mit Loch, den hab ich auf allen Rädern.
  • Die ersten kürzeren Fahrten zeigen, dass die Rahmengeometrie, Lenkerabstand und so weiter erstmal gut passen. Der Lenker kann, wenn ich es sportlicher will, tiefer – die Spacer sind unterteilt und damit variabel.
  • Warum genau dieses Rad? Eine Getriebenabe war für mich gesetzt, ich hab auch Pinion-Räder probegefahren, mich aber für Rohloff entschieden.  In der engeren Auswahl waren noch Veloheld (das Rad ist sehr schön filigran, aber eher was für die Stadt und kürzere Strecken), Toutterrain (viele von Vielfahrern durchdachte Details, aber mir zu Reiseradig (z.B. fest angeschweisste, geile Gepäckträger)). Rennstahl gibt es nur in sehr wenigen Fahrradläden, ich war dafür in Berlin und hab mir dort Rennstahl-Räder angesehen und probegefahren. Ich fand die von den Details sehr gut, hübscher und leichter als Toutterrain und trotzdem stabil. Ausserdem musste ich mir keine Farbe oder Lackierung aussuchen. Die Rahmen werden in Deutschland gebaut, und die Auswahlmöglichkeiten zur Konfiguration hatten alles, was mich interessiert.

Dann hoffe ich mal, dass ich mit dem Rad wieder mehr Beiträge hier schreibe, die mit dem eigentlichen Thema des Blogs zu tun haben.

Ich möchte auf jeden Fall noch die drei Hamburger Orbits von 2021 abfahren, auch wenn die eigentliche Serie vorbei ist.

Und dann mal gucken. 🙂

 

Fahrradtacho für Gabelmontage

Für das neue Rad möchte ich wieder alle Kilometer tracken, und zwar auch die, bei denen man den inzwischen üblichen und praktischen Radcomputer nicht an, nicht dabei oder verkonfiguriert hat. Mein Reiserad hatte dafür eine Superlösung, einen Tacho, der direkt an der Gabel angebracht war. Bei mir hinter dem Lowrider (Gepäckträger an der Gabel für Packtaschen). Man konnte ihn nur aus der Fahrerposition sehen, das ist ein Riesenvorteil, weil man ihn dann auch nicht ständig gegen Diebstahl abfummeln musste und es dann auch nicht vergessen konnte, ihn wieder ans Rad ranzupopeln.

So sah das aus:

Sachs Huret Multitronic Odometer

Sowas hätte ich gerne wieder – also sehr klein, beschränkt auf km und Geschwindigkeit, nicht am Lenker im Greifbereich störend. Gibts aber nicht, oder ich finde nix vergleichbares. Es gab noch einen Nachfolger, diesen hab ich mir auf Ebay geschossen:

Sachs Huret Multitronic 2 Odometer

Dabei – bzw beim Suchen nach einer Betriebsanleitung – ist mir aufgefallen, dass er nur sehr grob eingestellt werden kann – und zwar Raddurchmesser in vollen cm, und da gibt es nicht mal alle Werte zur Auswahl. Für die Reifen an meinem aktuell verfügbaren Rad wäre das entweder ungefähr 1,5 cm zu wenig oder knapp 1 cm zu viel. Durchmesser, nicht Umfang!

Deswegen hab ich angefangen, das selbst zu bauen.

Anscheinend ist der aktuell kleinste, weitverfügbare Tacho für Räder der Sigma BC5.16. Und den hab ich eh an meinem aktuellen Rad. Ich will mir eine Halterung dafür bauen, die direkt an der Gabel sitzt und gleich den Sensorgeber mit integriert. Das Kabel, dass die beiden Teile verbindet, kann damit auf ein paar cm verkürzt werden.

Bei Thingieverse (einer freien Bibliothek für 3D-Druckdateien) gibt es tatsächlich schon  eine Halterung für den Tacho selbst und nach einem schnellen Probedruck passt diese mechanisch auch:

Das ist schön, damit kann ich nämlich diesen eher komplizierten Teil der Konstruktion direkt weiter verwenden. Die Kontakte tun so nicht, aber das ist kein großes Problem.

Nach dem Bestellen einer einzelnen Halterung für den Tacho stellt sich aber raus, dass ich das gar nicht brauche. Der eigentliche Montagering ist abschraubbar, dort kann dann einfach ein eigenes Untergestell angeschraubt werden:

Sigma Tacho Verbindungsdingsbums

Den Rest hab ich dann auch selbst gezeichnet und gedruckt:

Sigma Tacho Gabelhalterung

Das ganze findet sich nun auch auf Thingieverse, falls noch jemand sowas gebrauchen kann.

(Nachtrag 2021-09-08): Und inzwischen auch am neuen Rad 🙂

self build sigma fork holder

 

Oha, Leben auf dem Boden nun mit eigener Webseite!

Das hier ist die Ablösung von Leben-auf-dem-Boden Tumblr. Tumblr kann nicht gut mit schlechtem Internet, das haben wir aber oft, wenn wir unterwegs sind.

Ausserdem ist hier das Kommentieren einfacher, und es gibt auch nen Feed, bitte stellt Euren Feedreader um auf https://leben-auf-dem-boden.de/feed/

Der Tumblr bleibt erhalten, damit eventuelle externe Links nicht kaputt gehen, es wird dort aber kein neuer Content mehr auftauchen.

Die Artikel sind importiert (erstaunlich, geht einfach so). Viele hatten keine verwertbare Überschrift.

  • Die Links, die in einem Artikel auf einen anderen verweisen, gingen latürnich weiter auf tumblr – die meisten hab ich hoffentlich gefixt. Wenn Ihr kaputte Links oder Links zum alten Blog findet: Kommentar schreiben.
  • Alte Videos sind (erstmal) Standbilder
  • und weiterer Kleinkram

Insgesamt ging das erstaunlich schmerzarm, ich bin begeistert vom wordpress-tumblr-Importer. 🙂

Wie wohin warum

Das Beste gleich vorweg. So langsam wird das, was EU verspricht, Wirklichkeit.

  • Es gab keine Grenzkontrollen, zum Teil nicht mal mehr Schilder zum Landeswechsel. Die alten Kontrollstellen sind komplett ab- oder in Truckstops umgebaut, wir haben auf dem Rückweg auch nix von einer Kiffer-Schleierfahndung mitbekommen, obwohl wir direkt hinter der Grenze erstmal etwas über die Dörfer gefahren sind.
  • Wir konnten überall mit dem gleichen Geld bezahlen, das umständliche im Kopf ‘wieviel ist das jetzt in Drachmen’ ist weg.
  • Roaming. Kein Gehühner mit fremden SIM-Karten und obskuren Apps, die es nur in estnischen Googleplaystore gibt. Gar kein Gehühner. Einfach alles so machen, wie zuhause. Ich muss über unseren Eintrag von 2015 lachen, weil das einfach Geschichte ist und auch, weil es noch mal den Preisverfall deutlich macht, auch wenn der Kurs inzwischen in Norwegen natürlich wieder viel besser sein wird als bei uns.

Wir haben deutlich mehr Internet verbraucht als zuhause, das liegt zum einen daran, dass die Stellplätze im Gegensatz zu Campingplätzen in der Regel kein brauchbares Wifi haben, aber vor allem an unserer vielen Fotografiererei und der Nutzung von Google Photos, das immer gerne alles synct, aber damit kann ich gut leben.

Stellplätze finden

in 2015 waren die Apps, die wir gefunden haben, um Campingplätze zu finden, doof und schlecht. Das hat sich geändert, zumindest scheint es eine europaweit verbreitete Anwendung zu geben. Dazu gleich mehr.

Bauern, Winzer und andere Landbesitzer haben sich zusammen gefunden, um genau das zu ermöglichen – günstige und schöne Stellplätze für vollautonome Camper auf Bauernhöfen. In Deutschland heißt das Landvergnügen, in Frankreich france passion.

Ein Freund von uns hat einen Camper, aber vorallem eine Schäferei und macht dabei mit – so sind wir drauf gekommen, das auszuprobieren. Die Idee ist, dass man gegen einen festen jährlichen Betrag (um 30 Euro pro Land) bei teilnehmenden Bauern mit seinem Camper für eine Nacht stehen kann. Grundbedingung ist eben, dass man nichts braucht – kein Strom, kein Wasser, kein Klo. Dafür ist man eingeladen, im Hofladen des Bauern vielleicht etwas zu kaufen – das ist aber keine Verpflichtung.

Die Idee finden wir toll, die Umsetzung zumindest von france passion ist für uns nicht mehr ganz zeitgemäß. Die Webseite nervt (man kann sich nicht an mehreren Geräten gleichzeitig einloggen, die vorhandene Karte ist nicht interaktiv, sondern einfach nur eine Karte ohne Funktion,…), eigentlich braucht man die Papierkarte und das Papierverzeichnis zum Finden von geeigneten Zielen. Wir haben das nur einmal genutzt, waren aber öfter bei Bauern, die ihre Stellplätze (und zwar meist mit höherem Standard als france passion vorgibt) einfach auch bei park4night inserieren.

Park4night war dann auch die App, die wir hauptsächlich genutzt haben. Das Interface der Handyapp ist auch etwas krude, aber man kann sich dran gewöhnen.
Der große Pluspunkt bei park4night ist, dass es stark von den Kommentaren der Nutzer lebt und nicht so sehr von einer Selbstdarstellung der Plätze.

(nur die Plätze, an denen wir waren)

(das Gebiet das im oberen Screenshot an dem linken P zwischen den beiden Treckern zu sehen ist / Landungsstrände, reine Parkplätze ausgeblendet)

Der große Minuspunkt ist, dass dort auch Plätze, die ganz klar illegal sind, eingetragen werden. Da steht dann dabei ‘in Naturnähe’ oder ‘nur für Kastenwagen, nicht für Camper’ und wütende Kommentare, dass man aus dem Naturschutzgebiet gejagt wurde oder das an diesem schönen Parkplatz nun die gefürchtete Teppichstange (Wohnmobilstoppbalken in 2,20 Höhe über der Einfahrt zum Parkplatz) aufgetaucht ist.

Tja, zuviele Idioten machen es dann auch unmöglich, dort nur mal tagsüber für einen Spaziergang zu stehen 🙁

Ansonsten ist park4night sehr brauchbar und aktuell:

  • Man kann diese zweifelhaften Plätze auch direkt bei der Suche ausblenden, sie sind meistens richtig gelabeled)
  • Man kann nach Höhenbegrenzungen suchen (googlemaps, das wäre auch mal was für Dich, oder?)
  • google translator ist direkt in die Kommentare reingehäkelt, so dass man eigentlich alles direkt lesen kann (wobei französisch etwas schwieriger zu sein scheint als alles andere, im Original französische Beiträge sind meistens lustiger zu lesen)
  • man kann den ausgewählten Platz direkt in gmaps routen lassen
  • man lernt viel über nationale Eigenheiten (worüber sich Camper welcher Nationalität stören)

Leider kann man nicht nach Öffnungszeiten filtern. Das macht in Frankreich auch keinen Sinn, da sie in unserem Stichprobenzeitraum eh nicht gestimmt haben.

Navigation

Wir haben googlemaps benutzt. Insgesamt ist das auch die beste Lösung für uns. Wir haben schon in einem Norwegen/2015-Artikel erklärt, wie das für uns am besten geht – das gilt immer noch.

Ich hatte GMaps für Frankreich (Autobahnen mit Maut) falsch konfiguriert. GMaps ist schlau genug, nur bemautete Autobahnen zu meiden, wenn man ‘Mautstrassen vermeiden’ auswählt. Deswegen haben wir noch mal OSMand probiert, aber das UI ist so gegen alle Vereinbarungen, wie ein UI funktioniert, gestrickt, dass wir schnell aufgegeben haben (und Nadja hat die richtige Einstellung für GMaps gefunden).

Insgesamt wünsche ich mir für GMaps zwei Dinge:

  • Konfigurierbare Höhe des Fahrzeugs (und vielleicht auch zulässiges Gesamtgewicht)
  • Auswahl zwischen kürzester und sinnvoller Strecke, so dass man nicht direkt durch abgedrempelte Wohngebiete schlingert

Bücher

Wir hatten wieder ein Velbinger dabei, aber wir haben ihn nicht gebraucht. Internet ist überall und es ist leichter konsumierbar, meistens gibt es dazu dann auch AAL (Arbeit anderer Leute, wie Bewertungen, Kritik, eigene Webseiten) aus denen man besser als aus der Meinung eines Autors, der da vor Jahren mal war, schliessen kann ob der Ort interessant ist oder eher nicht so.

Zukunft

Tumblr nervt extrem (immer noch), wenn man schlechte oder wechselnde Bandbreite hat. Uns sind mehrere Artikel verloren gegangen, weil das, was die App signalisiert (Artikel ist komplett hochgeladen, Bilder gedingst,…) oft nicht stimmt.

Das ist schlicht zum Kotzen.

Dieses Blog wird also umziehen, die Domain ist schon reserviert, der bestehende Content wird hier bleiben (weil er hier richtig verlinkt ist), aber auch in eine neue WordPress-Instanz umziehen.

Das macht dann auch das Interagieren mit unseren Lesern (ja, es gibt sie – danke!) leichter.

Der Gerät, Kosten

Bisher war ich nur kürzere Zeiten mit einem Camper unterwegs, und dann bin ich auch eher irgendwoGorleben hin gefahren, um dort dann länger rumzustehen.

Ansonsten ist der Gerät im Prinzip wie mein Boot, die verbauten ‘Haushalts’geräte sind die gleichen wie auf Yachten, die gesamte Technik zum Handlen von Energie, Wasser, Wärme, Kälte und Scheisse ist gleich.

Wahrscheinlich drehen sich genauso wie bei Yachties auch bei Campern beim Opa-erzäht-vom-Krieg-Ggeschichten am Lagerfeuer die besten Geschichten um im weitesten Sinne um Scheisse-Problematiken – das ist einfach aus Prinzip das anfälligste und durch Ekel auch am besten merkfähige System – wir hatten jetzt allerdings überhaupt keine Probleme damit.

Ich mag der Gerät insgesamt:

  • Die Nasszelle ist klein, aber man hat eben eine und gewinnt dadurch enorm an Autonomie – ohne diese hätten wir in Fronkreisch zu dieser Jahreszeit echt ein Problem gehabt.
  • Er fährt wirklich gut, selbst bei böigem Seitenwind.
  • Die Heizung kann was. Kälte war nicht so sehr unser Problem, aber durch den heftigen Wind fast den ganzen Urlaub und die Zwangsentlüftung am Gerät (die Feuchtigkeit muss ja auch raus, sonst Tropfsteinhöhle) mussten wir ordentlich heizen, und das ging. Im Schnee ohne Wind stelle ich mir das maximal genauso vor, eher besser.
  • Auch die Entsorgung ist in einem Bereich verbaut, in dem das Medium flüssig bleibt und ist im richtigen Winter auch beheizbar.
  • Die Technik nervt nicht (aber der Gerät ist ja auch neu) und ist unauffällig im Hintergrund einfach da. Ob wir Landstrom hatten oder nicht, war eigentlich egal, seit LED-Beleuchtung und USB-Ladeanschluss reicht die verbaute Servicebatterie für mehrere Tage Standbetrieb (also Licht, USB-Lader, Heizungssteuerung, Kühlschrank) aus, wir brauchten 240V nur zum Laden von Geräten, die wir nicht per USB laden konnten (eigentlich nur unsere Kameraakkus).

(Blick vom Fahrersitz nach hinten)

  • Für zwei ist genug Platz. Ich glaube, ich würde die Variante mit Längsbetten vorziehen, ich möchte mich gerne richtig lang ausstrecken können (damit wird der Gerät statt 5,99 dann 6,35 lang, siehe https://www.poessl-mobile.de/modelle/summit/summit-600 vs. https://www.poessl-mobile.de/modelle/summit/summit-640.
    Das macht dann Fähren teurer (bis 6m Länge ist man für die meisten Fähren trotz mehr als 2m Höhe (= Bulli) ein PKW. Bei Scandlines (Puttgarden-Rodby, Rostock-Gedser) macht das z.B 25 € pro Fahrt mehr, ich hab versucht, das für Stena und Colorline und damit die längeren Strecken rauszubekommen, aber deren Tarifkonzepte waren mir dann zu komplex.

(Mullberry B Wellenbrecher Reste, und der Gerät bereit zum Absturz über die Klippe – Arromanches-les-Bains)

Ich halte meine grundsätzliche Kritik an Campern aus dem Norwegen-Urlaub in 2015 generell aufrecht, würde nun aber eine Ausnahme für Kastenwagen (besonders in der der Nebensaison, die zum Zelten brrr ist) machen.

Ich bin immer noch der Meinung, das das Fahren mit jedem Zentimeter mehr in die Breite und steigendem Topgewicht durch vollgestopfte Alkoven und beladene Dächer nerviger wird – und mit langen Überhängen kommt man auch steilere Zufahrten nicht hoch/runter (davon ist in park4night häufig die Rede in Kommentaren).

(langer Überhang = Spaß am Anfang/Ende von Steigungen)

So ein Kastenwagen ist ideal, man ist eben genau die eine Stufe vom Siff

(Bild der Stufe (rechts). Die Fleischrolle (links) konnte tatsächlich ohne Bauchbodenkontakt laufen)

entfernt, er fährt sich aber im Wesentlichen wie ein PKW, wenn man auf die Durchfahrtshöhe achtet (ja, mussten wir wirklich tun).

Zahlen:

Leider habe ich die Liste mit den KM-Ständen, die wir jeden morgen und beim Tanken ergänzt haben, aus Versehen gelöscht :-(. Insgesamt sind wir ~4150 km gefahren und haben 541 € für Diesel bezahlt, bei Dieselkosten von (geschätzt-erinnert) etwa 1,36 sind das etwas mehr als 10 Liter auf 100km. Ich finde das für die Segelfläche eigentlich ganz gut.

Der Gerät hat 80 Euro pro Tag gekostet – das ist ein guter (Nichtsaison)-Preis, im Sommer sind es dann eher 120 Euro.

Die Übernachtungsplätze haben zwischen 5 und 20 Euro gekostet, im Durchschnitt wohl eher 10 Euro, weil wir in Frankreich nur Plätze mit keinem oder wenig Service hatten.

Wir hatten eine komplett selbstkostenfreie Vollkasko-Zusatzversicherung, die hab ich eh für Mietwagen/Carsharing, das Aufstocken für nen Wohnmobil hat 100 Euro extra gekostet (sonst 90 Euro im Jahr).