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Max Squares mitten auf der Elbe?

In GPS-Spielchen reloaded hab ich behauptet, dass ein paar Kacheln nicht mit dem Rad erreichbar sind, und zwar z.B. diese beiden hier.

Mit dem Rad nicht erreichbar

Das hab ich mal genauer geprüft, diese befinden sich auf der Elbe bzw. auf dem Gelände von Airbus (Airfield, Hochsicherheitsblablabla).

Die linke Kachel bekommt man aber mit der Fähre von Cranz nach Blankenese, zumindest wenn man die richtige Tide hat (sonst fährt die Fähre einfach nach Finkenwerder… (ok, das wäre ja auch ne Option, mal für später aufheben, den Gedanken)).

Die Fähre fährt ab 13:00 wochentags alle Stunde, wenn genug Wasser da ist:

Fähr-Fahrplan Cranz – Blankenese

Am 30.12. wäre grob gegen 13:00 Uhr Hochwasser (der Pegel St. Pauli ist weiter elbauf, das ist aber egal, ab halber Tide ist genug Wasser da).

Tidenkalender für Dezember 2021

Damit wäre die linke Kachel möglich.

Bei genauerem Betrachten der anderen Kachel fällt auf, dass sie fast an die Mole des Jollenhafen Mühlenbergs heranreicht.

Verwendet man Satellitenbilder statt der Karte, sieht es so aus, als könnte man da trockenen Fusses ran kommen:

Tja – und das probiere ich einfach aus.

Wenn das nicht geht, könnte ich auch mit der Fähre von Blankenese nach Finkenwerder fahren, die fährt auch durch diese Kachel.


Aus unterschiedlichen Gründen ist es dann nicht zu dem ersten Termin gekommen, aber am 8.1.2022 stand die Tide günstig, da hab ich dann nen Versuch gemacht.

Vorher musste ich allerdings noch ein paar andere Kacheln abgreifen auf dem Weg dort hin.

Hike your bike

Dort gab es keine ausgewiesenen Wege, dafür war es schwer lehmig – matschig, das hat mich sehr viel Zeit gekostet, weil ich das Rad schieben und teilweise tragen musste, weil sich die Räder durch den schweren Lehm nicht mehr gedreht haben.

Das erste Mal, wo es ohne Schutzbleche eventuell… nee. Da hätten sich vielleicht die Räder gedreht, aber ich hätte den Dreck überall gehabt.

Schlammschlacht

Um die Fähre noch zu bekommen, musste ich ordentlich Stoff geben.

Am Anleger angekommen, hab ich dann noch mal den Twitteraccount des Betreibers gecheckt – wer sich den Timestamp ansieht – das hätte ich auch von zuhause machen können:

Doof – hätte ich auch vor dem Losfahren lesen können.

Keine Fähre, jedenfalls nicht von Neuenfelde. Aber wenn, hätte ich sie gerade so bekommen. 🙂

Also nach Finkenwerder, und dann von dort mit der Fähre rüber – was die zweite Kachel mit eventuellem Herumturnen auf der Böschung des Yachthafens obsolet macht, weil die Fähre einfach mitten durch diese Kachel fährt.

Der Elbvertiefer Amazone

Auf dem Rückweg ist mir dann noch ein Schaltzug gerissen – ungewöhnlich nach 2000km. Dafür kann man aber bei einer Rohloff einen (mittleren) Gang mit der Hand einstellen und dann damit als Singlespeed nach Hause fahren, das ging auch gut.

Oder als Video:

 

Und so sah das dann am Abend in veloviewer aus – ein Loch vor Cranz bleibt…

Loch im Teppich


Heute (Samstag, 15.01.) hab ich dann noch mal einen Versuch gemacht, diesmal fuhr die Fähre – war auch wirklich Hochwasser.

Und vorher hab ich noch ein paar andere unerledigte Kacheln erledigt, allerdings alle mit gut fahrbaren Wegen, sodass ich gut in der Zeit war.

Es schien sogar die Sonne.

Am Deich

Hochwasser – ich glaub, das ist der einzige Fähranleger, der nicht schwimmt.

Die Fähre fuhr dann den gewünschten Weg (es gibt auch keinen anderen, also kaum Spannung dabei) durch die Kachel.

Wegen Rufbereitschaft mit Laptop in großer Tasche

Sagte ich schon, dass tolles Wetter war?

Blankenese vom Wasser aus

Auf der Nordseite bin ich dann noch (Kacheln, Kacheln, Kacheln) in westlicher Richtung bis zum ehemaligen Kraftwerk Wedel gefahren und etwas nördlicher als das letzte Mal zurück und auch gleich noch weiter bis nach Hamm (Kacheln, Kacheln, Kacheln).

Elbe, auswärts

Als nächstes folgt dann wohl der Bereich südwestlich 🙂

Insgesamt hat das alles geklappt, auch wenn ich zwei Anläufe brauchte. Die letzte Kachel auf der Elbe südlich von Wedel geht nicht mit einer Fähre, vielleicht muss ich da mein Rad mal auf mein Boot stellen…

Oder als Video:

 

Die beiden Tracks im Vergleich:

GPS Spielchen reloaded – Explorer Max Square

Ich hab immer gerne GPS-Spielchen gemacht, durchs Seesegeln auf fremden, unterschiedlichen Yachten hatte ich sehr früh ein mobiles GPS-Gerät. Damit konnte man nicht herumlaufen, weil der Batteriesatz ziemlich genau 20 Minuten gehalten hat – und davon 15  für den ersten Fix (Positionsbestimmung). An einer entsprechend großen externen Batterie auf einer Yacht war das aber ziemlich brauchbar.

Mit dem nächsten Gerät wurde es dann möglich, dieses wirklich mobil zu benutzen. Ich hab versucht, ob ich das Finden und Fotografieren von Punkten, an denen volle Längengrade auf volle Breitengrade stossen, ein interessantes Projekt sein könnte. Diese Punkte sind erstaunlich oft schwer zugänglich, nach ein paar Versuchen war dann auch wieder Schluss.

Das alte GPS 75 wurde fest auf der Roald Amundsen verbaut und die Position des Schiffes alle 20 Minuten aufgezeichnet und zusammen mit den Tagesmeldungen verschickt – daraus habe ich mit Hilfe der Generic Mapping Tools Karten mit dem Track des Schiffes erzeugt – inzwischen scheint das abgeschaltet zu sein – so sahen diese sehr primitiven Karten damals aus.

Dann kam Geocaching auf, das war auch ne schöne Geschichte – erst in Berlin, dann in Hamburg. Allerdings gab es da neben uns eher erlebnisorientierten Genusscachern auch (viele) sehr konkurrenzgetriebene, das wurde mir schnell zu anstrengend.

Dann kam irgendwann Ingress und die Planungstools dazu – das war auch geil, aber wieder was völlig anderes.

Meine Bewegungsdaten zeichne ich seit ewigen Zeiten auf, die letzte Auseinandersetzung mit GPS-Daten und Navigation waren ja auch hier im Blog Thema.

So, und jetzt gibts da was für mich neues, mal abgesehen davon dass ich die Heatmaps meiner Radwege wunderschön finde:

Für das neue Spiel musste ich mich bei Strava anmelden, weil das eigentlich für mich interessante Tool Veloviewer seine Daten von Strava verdaut.

Strava ist sowas ähnliches wie Facebook für Sportler: Man kann sich gegenseitig zeigen, was man für ein krasser Sport-Hengst ist, sich Kudos geben, auf irre vielen Strecken virtuell gegeneinander antreten und gemeinsam Ausfahrten planen.

Veloviewer saugt diese Daten an und generiert allerhand Mehrwert für Rennradfahrer, mich interessiert aktuell dabei aber nur, dass es eine Aggregation der Orte gibt, an denen ich schon mal mit dem Rad langgefahren bin.

Dazu nutzt Veloviewer die Kartendaten von OpenStreetmap, die in Kacheln eingeteilt sind. Diese Kacheln sind hier in der Hamburger Gegend in der größten Kartenauflösung ungefähr 1450 x 1450 m groß (hier gibts Details).

Die Grundidee des Spiels ist, möglichst viele zusammenhängende Kacheln zu befahren. Zusammenhängende, überfahrene Kacheln ergeben eine gemeinsame quadratische Fläche, deren Kantenlänge gezählt wird – dies wird als Max Square bezeichnet. Quadratisch ist wichtig – es geht nicht einfach nur um Kacheln, sondern um zusammenhängende in quadratischer Ausdehnung. Das geht aber eben nur, wenn innerhalb dieses Quadrats wirklich alle Kacheln befahren wurden.

Befahrene Kacheln färbt Veloviewer rosa, zusammenhängende quadratische Flächen aus befahrenen Kacheln blau. Der Unterschied zwischen unbefahrenen und befahrenen Kacheln ist etwas schwer erkennbar – Wihelmsburg hab ich komplett, es hat einen blauen Rahmen:

Veloviewer – Explorer Max Square

Um das dadurch entstehende Max Square möglichst groß zu bekommen, muss ich also erstmal ein paar Kacheln im Hafen befahren. Zum Teil sind diese gar nicht so einfach zu erreichen. 🙂

In meinem favorisierten Routenplaner bikerouter.de kann man die gleiche Ansicht erzeugen (in dem man die entsprechende Ansicht aus Veloviewer exportiert) und dann entsprechend eine Route durch die fehlenden Kacheln planen – allerdings sind hier die Kacheln, die man noch offen hat, blau markiert und nicht die, die man schon im Sack hat.

bikerouter mit eingeschalteten Max Square Tiles

Ich hab mal für die ersten Blocker im Hafen eine Route geplant und versuche, da überall ranzukommen. Bei der Kachel, die den Containerterminal Buchardkai abdeckt, bin ich mir nicht sicher, ob ich bis dahin komme.

Insgesamt wird es um Hamburg ein paar Kacheln geben, die einfach gar nicht mit dem Rad erreichbar sind (im nächsten Bild ist ein Beispiel rot markiert) – bei Airbus kommt man nicht aufs Gelände, und das Mühlenberger Loch fällt zwar trocken, aber fürs Radfahren reicht das bei weitem nicht. Eventuell geht das aber mit der Fähre, die nach Cranz fährt.

Mit dem Rad nicht erreichbar

Mal sehen, was das wird.

Es gibt einen Blogartikel, wie die Großmeister dieser Kunst eben auch unfahrbare Kacheln erreichen – oder es versuchen.


Einen Tag später…

Ich bin eine kleine industrialstyle Radtour durch den Hafen gefahren und hab mir alle Tiles für mein 7×7 geholt. Kalt war es, und … industriell.

Uber dem A7 Elbtunnel – mehr Bilder hinter dem Link

Das nach der Tour neue Spielfeld sieht nun so aus:

Mein erstes Maxsquare 7×7

Obwohl die nächste Erweiterung (Richtung Westen und Süden) relativ einfach sein sollte, schwant mir, dass man dafür immer weiter in unterschiedliche Richtungen fahren muss – vielleicht ist das aber auch Sinn der Sache. 🙂

Der Track sieht entsprechend albern aus, aber an mindestens zwei Stellen kommt man eben nur über die gleiche Route wieder weg.

Oder als Video (Relive):