Archiv der Kategorie: Deutschland

Orbit360 Milky Way Mission

Es ist mal wieder die Zeit, in der Orbit360 die Tracks für die Orbit Gravelserie geöffnet hat – noch bis zum 14. August besteht die Möglichkeit, es sich abseits der Strasse und in ganz Deutschland und der Schweiz richtig zu geben und hinterher die Zeiten mit anderen zu vergleichen.

Zum letzten Test, ob mein Hintern den ganzen Tag Zeit hat, hab ich vor etwa zwei Wochen noch mal eine schöne Tour auf und ab der Unterelbe gemacht:

Das war soweit gut, die ständigen Viehgatter und das damit verbundene ständige Anhalten, aus dem Sattel, Menschen vor dem Tor wegdiskutieren und wieder anfahren finde ich allerdings sehr mühsam. Und meine Schuhe quietschen, ich glaub die Cleats meiner Sommerschuhe müssen mal neu.

Insgesamt war das auch überwiegend ein Roadtrip, wenn es unbefestigt war, dann war es eher feiner Gravel – nix brutales.

Ich bin letztes Jahr schon einen Orbit gefahren, allerdings ausserhalb der Wertungsperiode. Aber es ist das gleiche Prinzip in der gleichen Gegend, dort ist auch genauer erklärt, was ein Orbit ist und was das soll.

Interessanterweise und wahrscheinlich, um den Russen zu verwirren, heißt der Orbit südlich von Hamburg dieses Jahr nicht mehr Marsian Mountains sondern Milky Way Mission.

Der diesjährige Ritt durch die Heide südlich von Hamburg ist von einer anderen Planerin gescouted als der letztes Jahr und startet noch dichter an unserer Wohnung – einmal den Hügel runterkullern und schon bin ich auf dem Track.

Insgesamt waren mir viele Teile der Strecke bekannt – aber gleichzeitig hab ich viele neue, schöne Querverbindungen kennengelernt und immer wieder gedacht – hä? Das kennste doch – ohja, hier sind wir also…

Die Kartendarstellung auf dem Navi begünstigt diesen Effekt, da es meist nur bis zum nächsten Abschnitt vorraus zeigt, und das Große, Ganze verloren geht.

Los gehts!

Raus aus Harburg ging es wie erhofft auf ungeteerten, aber sehr gut fahrbaren, eher schmalen Wegen:

Unterwegs in Neuland

Unterwegs in Neuland

Das erste Highlight ist der Tunnel, der parallel zur Seeve unter dem größten Rangierbahnhof Europas Maschen RBF hindurchgeht.

Licht am Ende des Tunnels

Licht am Ende des Tunnels

Der Tunnel ist unbeleuchtet und auf der Ostseite sehr niedrig, so dass ich da schon den Kopf einziehen muss. Also Sonnenbrille runter, Licht an und los.

Im Dunklen ist der Tunnel unheimlich, weil man das Ende dann nicht sieht, die Breite der Fahrbahn schwer abschätzbar ist, die einen fiesen Absatz zur Überflutungsfläche der Seeve hat, die Seeve plätschert und stinkt und kein Ende absehbar ist.

Licht am Ende des Tunnels

Und es handelt sich nicht um einen entgegenkommenden Zug!

Tagsüber gehts. Der Track windet sich weiter auf der anderen Seite der Bahnanlagen entlang.

Heidelandschaft

Nach einiger Zeit kommt das erste richtig sandige (wie in für mich mit 40iger G-One Bite unfahrbar sandig) Stück, schieben ist angesagt.

Sand

Hier spricht die Sahara!

Dafür gibt es aber gleich etwas zu fotografieren.

Die Sandpassage ist zum Glück sehr kurz.

Insgesamt ist es sonnig und nicht zu warm. Später soll es zuziehen, aber trocken bleiben. Ideal.

feiner Gravel

feiner Gravel – zügiges Fahren

Es ist auch grüner, als ich dachte. Anscheinend ist zumindest für eine kurze Zeit genug Regen gefallen, um alles in ein sattes Grün zu tauchen.

Blumenwiese

Begegnungen

Hier an der Seeve habe ich gleich zwei lustige Begegnungen.

Ein Fliegenfischer schreit mich an, dass ich hier nicht Rad fahren dürfe. 1. ist das falsch und 2. angelt er direkt unter dem Schild, auf dem in großen Buchstaben und als einzige Aussage ‚Angeln verboten‘ steht.
Ich halte kurz an, gebe ihn einen freundlichen Hinweis und fahre weiter. Schon dreist, was für ein Arschloch.

Keinen Kilometer weiter das gleiche mit einer Reiterin. Auch mit dem Reiten verboten Schild in Sichtweite (selbst für einen Maulwurf). Ich frage sie, was sie wohl meint, was das Schild da bedeute, auf dem ein rot durchgestrichenes Pferd zu sehen sei.

Drehen die hier für die versteckte Kamera?

Waldlandschaften

Ich komme in die ersten waldigen Abschnitte. Ich kann mir vorstellen, dass es hier vor ein paar Wochen noch sehr matschig war, die Spuren der Forstmaschinen sind tief, aber steinhart. Es rubbelt wie auf einer Waschbrettstrecke.

im Wald

Die Pflanze des Tages ist der Fingerhut. Ich sehe ihn immer wieder, auch in größeren Ansammlungen. Hier ein schönes dunkles Exemplar:

Fingerhut

Die Landschaft wird nun langsam heidiger – weniger dichte Bäume, dafür viel Erika- und Ginster-Zeug am Boden, ab und zu ein paar kleine Wurzeln auf den Wegen, die Wege werden abschnittsweise etwas sandig, aber gut fahrbar.

Heidetrail

Erste Pause

Inzwischen bin ich etwa 65 Kilometer gefahren – Zeit für eine kleine Pause. Ich verdrücke ein paar gekochte Kartoffeln und zwei Bananen die in der ruckeligen Lenkertasche eine Blitzreifung hingelegt haben. Zum Glück wohnen sie in einer Plastiktüte.

ein Fahrrad

Restavel von der schönen Seite

65km – also gut ein Drittel. Wenn es so weiter geht, dann ist alles gut. In der Tourbeschreibung stand was von vielen auf der Strecke liegenden, zu übertragenden Bäumen, matschigen Strecken und vielen Wurzeln. Entweder sind die ausgetrocknet und weggeräumt oder sie kommen noch…

Der Track kreuzt hier den Naturistenweg – ein Wanderweg für Nackwanderer. Dadurch, dass dies in der Trackbeschreibung stand, bin ich weniger überrascht, als ich auf zwei nackte Wanderer treffe.

Rucksack und Stiefel und sonst nix sieht schon seltsam aus.

Heide wie im Prospekt

Hier beginnt auch das touristische Heidekernland – Wilsede (das mit dem Berg und der Goldkrone) ist der nächste Ort mit Pferdewagen, Ausflugslokalen, allem TamTam und Menschen mit schwer vorhersagbaren Bewegungsmustern.

Ich bin extra an einem Wochentag auf diese Tour gegangen, trotzdem ist einiges los.

Ein Heide-Muss ist der Totengrund, ein Talkessel, in dem am frühen Morgen der Nebel steht:

Totengrund im Sonnenaufgang

Totengrund im Sonnenaufgang (nicht von dieser Tour)

Das ist wirklich spektakulär und es lohnt sich der weite Fußweg, um solche Bilder machen zu können.

Tagsüber sieht es eher so aus, auch schön, aber nicht vergleichbar:

Totengrund

Der Totengrund

Der Track windet sich einmal südlich um den Talkessel herum, und hier taucht er auf, mein Endgegner gegen ein ordentliches Durchschittstempo: Die gemeine Wurzel.

Wurzeliger Heideboden

Wurzeln ruckeln mich in Grund und Boden

Mir fehlt es an Fahrtechnik, um hier mit Tempo fahren zu können. Oder ich habe zuviel Angst, wahrscheinlich beides. Aber ich möchte etwa 70km von zuhause lieber keine Bodenprobe bei einer schnellen Bergabfahrt nehmen.

Am südlichen Ende des Totengrundes treffe ich auf eine ziemlich verzweifelte Gruppe Rentner mit E-Bikes, zwei davon mit Dreirad. Der Weg, den sie von Südosten gekommen sind, war gerade noch so fahrbar für sie, der Herman-Löhns-Weg, der hier in beiden Richtungen hoch und um den Totengrund herumführt, ist unfahrbar mit diesen schweren Dingern, selbst schieben geht im teilweise ziemlich tiefen Sand damit nicht. Wir gucken zusammen auf deren Karte, ich empfehle ihnen, lieber umzukehren und den besser befestigten Weg östlich aussen herum nach Wilsede zu nehmen und kämpfe mich dann den westlichen Teil hoch – auch mit (kurzem) Schieben durch tiefen Sand und fiese Wurzeln.

Wurzelbehandlung

Bis etwa Kilometer 86 mache ich keine Bilder, ich brauche beide Hände, um den Lenker festzuhalten – viele Wurzeln, wirklich viele Wurzeln.

Es geht entlang der gerade gequellten Seeve auf einem schmalen Wanderweg, und hier kommt zu den Wurzeln auch noch der eine oder andere umgefallene Baum dazu.

Manche kann man umfahren oder zumindest umschieben, unter manchen kann man abgesessen durchtauchen, aber über manche muss ich das Rad und mich drüber heben.

Man kann erahnen, wo es weiter geht.

In Handeloh ist ein Edeka, ich kaufe mir Proviant und Getränke nach, um an der ersten schönen Bank hinter dem Ort eine Pause zu machen.

Auch andere Radfahrer machen hier Pause und kaufen nach, allerdings sind alle ausser mir mit Motor unterwegs. Ungläubige Einatemgeräusche beim Blick auf meinen Radcomputer und die bisher gefahrene Strecke.

Riementipp

Protip – für Euch getestet: Wenn man Rhabarbersaft und Wasser mit Restsprudel in Fahrradflaschen füllt und dann damit weiter ruckelt, entsteht durch das Geruckel Überdruck und läuft als etwas Schaum mit Zucker am Rahmen runter und tropft vom Tretlager auf den Riemen, was sehr ulkige – und bis ich raushatte, was es ist – unangenehme Quietschgeräusche am Riemen erzeugt.

Im Büsenbachtal

Bei Kilometer 96 komme ich aus einem Waldstück auf einen sehr sandigen Weg mit dem Blick in ein Tal – ich denke sofort – äh, das kennste doch, sieht aus wie das Büsenbachtal. Es stellt sich heraus – das isses auch 🙂

Der Track führt hinab ins Tal zum Büsenbach. Das Tolle für mich am Büsenbachtal ist, dass man dort Dröhnen darf – der Totengrund und auch die meisten anderen Heideflächen sind alle Naturschutzgebiet.

Die zuständigen haben hier seit meinem letzen Besuch zwei Brücken neu gemacht und den Morast satt mit Hackschnitzeln und Rindenmulch abgestreut – sehr schön.

Am Büsenbach

Hackschnitzel am Büsenbach

Seerosen

Seerosen und Zeug

Der Track folgt nun für eine längere Strecke der Este. Der Wanderweg ist schmal, verwurzelt und mit umgefallenen Bäumen versehen. Das mindert die Anzahl der Fotos leider ziemlich.

Ab und zu gibt es offenere Abschnitte.

Am Maisfeld entlang

Hier noch mal eine exemplarische Verbaumung.  Bäume sind ja auch ganz schön doof, nur so flache Wurzeln auszubilden. Das haben sie jetzt davon.

Umgestürzte Bäume

Die allermeisten umgestürzten Bäume sehen übrigens nicht so aus, als wären sie in diesem Frühjahr umgekippt. Entweder hat der zuständige Forst sehr wenig Resourcen, oder die finden es nicht so schlimm, dass die Strecke wirklich nur für Wanderer geeignet it. Ab und zu – wie in dem Bild oben – muss ich ganz schöne Umwege schieben, die allerdings auch schon gut ausgetrampelt sind, so als wäre das nicht erst eine Vegetationsperiode so.

Swans crossing!

Schwäne auf dem Weg

Eine auf dem (einzigen) Weg campende Schwanenfamilie

Mit der Schwanenfamilie an der Appelbeke bin ich in zähe und lange Verhandlungen gegangen, weil es keine wirkliche Alternative gab. Abgestiegen, dichter ran – immer schön das Rad zwischen mir und Frau Schwan – gewartet, bis sie ihre leicht ausgestellten Flügel wieder eingeklappt hat, noch etwas dichter ran, gewartet, die jungen Schwäne sind dann laaangsam ins Wasser, noch dichter ran – Gezische und Gefauche – Flügel raus – gewartet – naja und so weiter, bis endlich alle genug Platz gemacht haben, damit ich da durch konnte – zum Ende kam Herr Schwan auch noch dazu und hat rumgemackert.

Ganz schön aufregend, diese Natur.

Und dann hab ich den nächsten Abzweig nicht gefunden. Stellt sich raus, das hier ist der Abzweig direkt an einer kleinen Brücke:

Matschpfad

Zum Glück haben gute Menschen ein paar Gehwegplatten und Holz in den Morast gelegt – trotzdem hatte ich ordentlich Schmodder an den Schuhen und den Rädern. Mal wieder: Schutzbleche sind schon irgendwie geil.

Fischbeker Heide

Ab Kilometer 138 taucht der Track in den Wald der südlichen Fischbeker Heide ein, das ganze Gelände war bis 2005 ein Truppenübungsplatz für Panzergrenadiere. Ausserdem kann man sich hier noch ein paar Höhenmeter einfangen und die Ecke ist sehr beliebt bei Mountainbikern, entsprechend gibt es einige Trails.

Ich bin schon ganz schön durchgeruckelt und dadurch müde und unkonzentriert und leicht gepestet von den immer wieder sehr wurzeligen Trails, die ich als MTB- und nicht als Gravel-Trails einstufe. Irgendwann biege ich falsch ab, weil irgendwas blau markiert ist.

Ok, so steil, da fahr ich nicht runter. Kann eigentlich nicht sein, aber blaue Markierung. Also schleife ich das Rad mit zwei angezogenen Bremsen vorsichtig den Berg runter. Das kann wirklich nicht sein. Ich zoome raus – und es ist wirklich nicht so. Super geil, das alles wieder hoch? Never. 🙁

Zum Glück kommt da gleich die Panzerringstrasse, da muss ich mich zwar auch hochasten, aber da kann ich wenigstens Strasse fahren und mich schön sachte im Omagang hochkurbeln. Dann klappts auch wieder mit dem Track.

Naja, ich bin froh, als das vorbei ist und der nächste Teil erstmal asphaltiert ist. In Neu Wulmsdorf gibt es einen Rewe mit Fahrradstation(!) und Luftpumpe(!) – ich kaufe mir ne Cola und einen Erdbär-Buttermilchdrink.

Für Euch getestet: 500ml Erdbär-Buttermilchdrink in einem Zug getrunken macht, dass es im Magen sofort auskäst. Jedenfalls fühlt es sich komisch an. Nach kurzer Fühl- und Bedenkzeit kippe ich noch Cola drauf – nimm das, Käseberg!

Der Rest vom Fest

Ich bin dankbar, dass es ab jetzt wurzelfrei sein wird – den Rest der Strecke kenne ich gut. Und es ist nun auch wieder möglich, zu ballern, nicht mehr 17km/h Durchschnittstempo, sondern mit ordentlich Zug auf der Kette (wie man so zu sagen pflegt, ich meine Riemen) durch Apfelplantagen, auf Deichen und anderen gut fahrbaren Wegen nach Finkenwerder und Hamburger Industriegebiet Richtung zuhause – aber erst – hallo S-Bahn.

Und noch eine in der anderen Richtung.
Und dann noch der Metronom…

Apfelplantage

Apfelbäume mit Sonnenschirm

Der Weg durchs südliche Finkenwerder ist wie immer wunderschön, dörflich. Etwas später und weniger dörflich, auf der 8? spurigen Finkenwerder Strasse am Finkenwerder Ring ist eine Sperrung/Umleitung für den wahrscheinlich wirklich 8-spurigen Autoverkehr und es sind alle Ampeln aus. Ein paar eher missmutige Verkehrshörnchen versuchen halbherzig das entstehende Chaos zu organiseren. Fürs Rad leider geil, so schnell bin ich noch nie durch diese für Radfahrer besonders hirntoten Ampelschaltungen gekommen.

Noch ein kurzer Schwenk um die Kirche von Altenwerder, über meinen Dröhnenübungsplatz mit angeschlossenem Containerterminal

etwas Deich und ab nach Hause!

Insgesamt war ich 13 Stunden unterwegs, in Bewegung war ich davon etwas mehr als 10 Stunden, als fast drei Stunden irgendwo rumgegammelt!

Es war richtig geil, zum Ende noch mal ordentlich zu treten und nicht mehr so auf den Untergrund achten zu müssen.

Ich glaube, ich bin eher so der Fein-Graveler, nicht so sehr der Fast-MTB-Graveler 🙂

Trotz meinem Gejammere – ein super toller Track. Viele neue Querverbindungen, genug Möglichkeiten zur Versorgung unterwegs, mir hat es richtig Spaß gemacht – Danke, Kathi Sigmund für die enorme Arbeit, 180km zu scouten und dann noch größere Veränderungen im Blick zu behalten.

Das war sicher nicht der letzte Orbit360 in 2022, den ich gefahren bin.

Übrigens, Graveln ist offiziell Vollkontaktsport:

dreckige Beine

180km stecken in den Beinen 🙂

Statistik:

Die Tour bei Komoot:

Die Tour bei Veloviewer:

Veloviewer
Die Tour als Video:

März 2022

Es ist seit 5 Wochen Krieg in der Ukraine.

Rad mäßig bin ich wieder deutlich mehr gefahren als im Februar (nur lächerliche 200km).

Schaltzugdings

Nachdem mir auch der zweite Schaltzug nach 2600km (der erste nach 2000) 5mm hinter der Bommel im Griff gerissen ist, hab ich Kontakt mit dem Hersteller der Rohbox Schaltbox aufgenommen, um rauszufinden, ob da irgendwas systematisch falsch ist, was zu hohe Schaltkräfte verursacht oder sonstwie die Züge unüblich belastet.

Orginalbild von http://www.gebla.de/Rohbox/Rohbox-All-Inclusive.html#4.

Im Gegensatz zu einem Kettenschaltungschaltzug stehen die Züge bei einer Rohloff nicht unter Spannung, nur wenn geschaltet wird, wird Zug ausgeübt. Das ist schon mal gut, weil man damit auch einen beliebigen Gang von Hand einlegen kann, der auch drin bleibt und dann eben single speeded nach Hause oder zur nächsten Werkstatt fahren kann (nen Ersatzzug hab ich im Werkzeug, allerdings braucht man einen guten Seitenschneider, um den Zug nach der Montage zu kürzen).

Tatsächlich war die Montage griffseitig nicht ganz wie vom Hersteller vorgesehen, Herr Blaschke hat mir die vorgesehenen Teile ohne Rechnung geschickt – total nett. Nach der Neumontage (bei der ich auch gleich schlimm teure Superduper-Weltraum-Sexlube-Schaltzüge verwendet habe) und Feineinstellung entsprechend Webseite nun mit deutlich spürbar weniger Schaltdruck als von Rennstahl ursprünglich eingestellt, hoffe ich, das diese nun deutlich länger halten.  Ich frage mich, warum Rennstahl die Box nicht entsprechend der Herstellerangaben montiert hat.

RideFAR #1 – 90km

Im März fand RideFAR for a reason Challenge der Orbit360 Crew statt. Ich hatte mir schon länger vorgenommen, mindestens die sogenannte Sprintstrecke (90km) zu fahren.

Das hab ich dann auch gemacht und eine schöne Runde durch die Seeveniederung zum Sperrwerk Geesthacht und über die Vier- und Marschlande zurück gedreht.

rideFAR 90km – mein Lieblingsbelag

Das Wetter war toll, und die ersten Blüten kamen auch raus:

Ausserdem gabs ein Eis von einem fahrenden Eismann.

Besonders in den Vier- und Marschlanden war ein Haufen Rennradfahrer unterwegs.

Die Tour bei Komoot:

Oder als Video:

 

 

RideFAR #2 – 180km

Tatsächlich macht es mir inzwischen keine große Mühe mehr, 90km mal eben zu fahren, da muss ich keine großen Essens-Pausen machen, sondern rolle mal abgesehen von Lust-Eis und ein paar Fotohalten durch.
Also keine so richtige Herausforderung 🙂

Deswegen hab ich mich entschlossen, auch die mittlere Distanz (180km) anzugehen.

Wieder in die gleiche Richtung, aber weiter – und ich wollte diesmal zuerst auf der Nordseite der Elbe durch Schleswig-Holstein und Meckpom und dann auf den Rückweg durch Niedersachsen fahren.

Das war dann schon anstrengend, mit Pausen und allem war ich 12h unterwegs.

Um im Tageslicht wieder zurück zu sein, bin ich früh los – ganz schön neblig. Und schön war es auch mit dem Nebel.

Die Planung der Strecke hatte ein paar Schwächen, zum Beispiel bin ich noch in Hamburg durch ein relativ unzugängliches und fast unfahrbares Gebiet ge-schoben/krochen/fahren. Da muss ich auf OSM die Wegbeschreibung korrigieren…

In den Vier- und Marschlanden…

Ein Teil der Strecke zwischen Krümel und Lauenburg war ein 50cm breiter Pfad entlang an einem ziemlich steilen Abhang. Beim Wiederaufsteigen nach dem Stoppen/Ausweichen für eine Gruppe Wanderer bin ich mit dem Rad den Abhang runtergekippt. Nicht schlimm und auch nicht weit, aber dabei ist mir die Kamera aus meiner nach oben offenen Kameratasche gefallen und den Berg runter gepurzelt. Zum Glück haben die Wanderer das beobachtet und konnten mich von oben einigermaßen dirigieren, so dass ich die Kamera schnell wieder gefunden habe – puh!

Und sandig war es teilweise auch 🙂

Schönes Fachwerk und gut fahrbares Kopfsteinpflaster in Boizenburg.

Die gefürchtete Lochplatte auf einem ehemaligen Grenzkolonnenweg. Diese Platten sind sehr doof zu befahren – ausser man hat Reifen, die breiter als die Löcher sind – also fette 2,6 Zoll breite Mountainbike-Reifen, und nicht so kümmerliche 40mm wie ich sie fahre 🙂 .

Es gibt ganze Elegien zu der Art, wie man am besten auf diesen Platten fährt. Besonders die GST – die Grenzsteintrophy – eine Tour entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze von Tschechien bis zur Ostsee – ist voller Geschichten zur Lochplatte und wie sie Flaschenhalterungen, Gepäckhalterungen und Träume vom Rad und Reiter abvribiert.

Ein Teil der ehemaligen Grenzanlagen.

Die Fähre von Darchau nach Neu-Darchau brachte mich von Meckpom nach Niedersachsen, der Rückweg begann.

Das machte sich erstmal durch doch deutlich spürbaren Gegenwind bemerkbar – war ich auf dem Hinweg nur so dahin geflogen, musste ich nun ganz schön reintreten.

Dafür kam die Sonne wieder raus.

Ein ganz kurzer Fotostopp am Schiffshebewerk Scharnebek. Ein Traum in Beton.

Den größten Teil der Tour war ich auf unbefestigten Wegen unterwegs – oder auf Wegen mit uraltem Asphalt, Platten oder gemischten Oberflächen –  die für den Autoverkehr gesperrt waren. Oder auf feinstem Asphalt, aber für Autos gesperrt (auf den Deichen z.B.).

Unbefestigt ist oft rumpelig, sandig und mit mehr Kraftaufwand (nicht nur in den Beinen) zu befahren, aber es ist so viel schöner, dass es sich wirklich lohnt.

Das letzte Stück ist immer das schlimmste – ich war nun doch schon ziemlich auf und wollte fertig werden, gleichzeitig nahm der normale Alltagsverkehr wieder zu, weil ich wieder in Hamburg angekommen auf normalen Strassen und/oder durch Parks mit vielen Menschen mit schwer vorhersagbaren Bewegungsvektoren gefahren bin.

Die Tour bei Komoot:

Oder als Video:

 

Auf die 180km in unter 10h Fahrzeit bin ich ziemlich stolz, und wider Erwarten hat mir auch am nächsten Tag nix weh getan.

Natürlich sind ungefähr 1.000.000 Leute in beiden Wertungen schneller als ich gefahren. Aaaber die sind bestimmt alle road gefahren (90km in 2:19 – keine Fragen, Euer Ehren. Er hat sein Ziel, nen 40iger Schnitt zu fahren, verfehlt!) und dazu im Schnitt 20 Jahre jünger 🙂

Für die lange (360km) Distanz ist mein Ego nicht groß genug.

Jetzt müßte ich mal anfangen, ähnliches mit etwas Übernachtungsgepäck ein paar Tage lang hintereinander zu machen, um zu sehen, ob der Hintern das auf Dauer ab kann und ob ich genug Kalorien nachgeschoben bekomme, um das länger durchzuhalten.

März insgesamt

Insgesamt bin ich mit dem muskelbetriebenen Rad 560km gefahren, die Heatmap für den März 2022 hat einen deutlichen Ausschlag nach Südosten.

 

Max Squares mitten auf der Elbe?

In GPS-Spielchen reloaded hab ich behauptet, dass ein paar Kacheln nicht mit dem Rad erreichbar sind, und zwar z.B. diese beiden hier.

Mit dem Rad nicht erreichbar

Das hab ich mal genauer geprüft, diese befinden sich auf der Elbe bzw. auf dem Gelände von Airbus (Airfield, Hochsicherheitsblablabla).

Die linke Kachel bekommt man aber mit der Fähre von Cranz nach Blankenese, zumindest wenn man die richtige Tide hat (sonst fährt die Fähre einfach nach Finkenwerder… (ok, das wäre ja auch ne Option, mal für später aufheben, den Gedanken)).

Die Fähre fährt ab 13:00 wochentags alle Stunde, wenn genug Wasser da ist:

Fähr-Fahrplan Cranz – Blankenese

Am 30.12. wäre grob gegen 13:00 Uhr Hochwasser (der Pegel St. Pauli ist weiter elbauf, das ist aber egal, ab halber Tide ist genug Wasser da).

Tidenkalender für Dezember 2021

Damit wäre die linke Kachel möglich.

Bei genauerem Betrachten der anderen Kachel fällt auf, dass sie fast an die Mole des Jollenhafen Mühlenbergs heranreicht.

Verwendet man Satellitenbilder statt der Karte, sieht es so aus, als könnte man da trockenen Fusses ran kommen:

Tja – und das probiere ich einfach aus.

Wenn das nicht geht, könnte ich auch mit der Fähre von Blankenese nach Finkenwerder fahren, die fährt auch durch diese Kachel.


Aus unterschiedlichen Gründen ist es dann nicht zu dem ersten Termin gekommen, aber am 8.1.2022 stand die Tide günstig, da hab ich dann nen Versuch gemacht.

Vorher musste ich allerdings noch ein paar andere Kacheln abgreifen auf dem Weg dort hin.

Hike your bike

Dort gab es keine ausgewiesenen Wege, dafür war es schwer lehmig – matschig, das hat mich sehr viel Zeit gekostet, weil ich das Rad schieben und teilweise tragen musste, weil sich die Räder durch den schweren Lehm nicht mehr gedreht haben.

Das erste Mal, wo es ohne Schutzbleche eventuell… nee. Da hätten sich vielleicht die Räder gedreht, aber ich hätte den Dreck überall gehabt.

Schlammschlacht

Um die Fähre noch zu bekommen, musste ich ordentlich Stoff geben.

Am Anleger angekommen, hab ich dann noch mal den Twitteraccount des Betreibers gecheckt – wer sich den Timestamp ansieht – das hätte ich auch von zuhause machen können:

Doof – hätte ich auch vor dem Losfahren lesen können.

Keine Fähre, jedenfalls nicht von Neuenfelde. Aber wenn, hätte ich sie gerade so bekommen. 🙂

Also nach Finkenwerder, und dann von dort mit der Fähre rüber – was die zweite Kachel mit eventuellem Herumturnen auf der Böschung des Yachthafens obsolet macht, weil die Fähre einfach mitten durch diese Kachel fährt.

Der Elbvertiefer Amazone

Auf dem Rückweg ist mir dann noch ein Schaltzug gerissen – ungewöhnlich nach 2000km. Dafür kann man aber bei einer Rohloff einen (mittleren) Gang mit der Hand einstellen und dann damit als Singlespeed nach Hause fahren, das ging auch gut.

Oder als Video:

 

Und so sah das dann am Abend in veloviewer aus – ein Loch vor Cranz bleibt…

Loch im Teppich


Heute (Samstag, 15.01.) hab ich dann noch mal einen Versuch gemacht, diesmal fuhr die Fähre – war auch wirklich Hochwasser.

Und vorher hab ich noch ein paar andere unerledigte Kacheln erledigt, allerdings alle mit gut fahrbaren Wegen, sodass ich gut in der Zeit war.

Es schien sogar die Sonne.

Am Deich

Hochwasser – ich glaub, das ist der einzige Fähranleger, der nicht schwimmt.

Die Fähre fuhr dann den gewünschten Weg (es gibt auch keinen anderen, also kaum Spannung dabei) durch die Kachel.

Wegen Rufbereitschaft mit Laptop in großer Tasche

Sagte ich schon, dass tolles Wetter war?

Blankenese vom Wasser aus

Auf der Nordseite bin ich dann noch (Kacheln, Kacheln, Kacheln) in westlicher Richtung bis zum ehemaligen Kraftwerk Wedel gefahren und etwas nördlicher als das letzte Mal zurück und auch gleich noch weiter bis nach Hamm (Kacheln, Kacheln, Kacheln).

Elbe, auswärts

Als nächstes folgt dann wohl der Bereich südwestlich 🙂

Insgesamt hat das alles geklappt, auch wenn ich zwei Anläufe brauchte. Die letzte Kachel auf der Elbe südlich von Wedel geht nicht mit einer Fähre, vielleicht muss ich da mein Rad mal auf mein Boot stellen…

Oder als Video:

 

Die beiden Tracks im Vergleich:

GPS Spielchen reloaded – Explorer Max Square

Ich hab immer gerne GPS-Spielchen gemacht, durchs Seesegeln auf fremden, unterschiedlichen Yachten hatte ich sehr früh ein mobiles GPS-Gerät. Damit konnte man nicht herumlaufen, weil der Batteriesatz ziemlich genau 20 Minuten gehalten hat – und davon 15  für den ersten Fix (Positionsbestimmung). An einer entsprechend großen externen Batterie auf einer Yacht war das aber ziemlich brauchbar.

Mit dem nächsten Gerät wurde es dann möglich, dieses wirklich mobil zu benutzen. Ich hab versucht, ob ich das Finden und Fotografieren von Punkten, an denen volle Längengrade auf volle Breitengrade stossen, ein interessantes Projekt sein könnte. Diese Punkte sind erstaunlich oft schwer zugänglich, nach ein paar Versuchen war dann auch wieder Schluss.

Das alte GPS 75 wurde fest auf der Roald Amundsen verbaut und die Position des Schiffes alle 20 Minuten aufgezeichnet und zusammen mit den Tagesmeldungen verschickt – daraus habe ich mit Hilfe der Generic Mapping Tools Karten mit dem Track des Schiffes erzeugt – inzwischen scheint das abgeschaltet zu sein – so sahen diese sehr primitiven Karten damals aus.

Dann kam Geocaching auf, das war auch ne schöne Geschichte – erst in Berlin, dann in Hamburg. Allerdings gab es da neben uns eher erlebnisorientierten Genusscachern auch (viele) sehr konkurrenzgetriebene, das wurde mir schnell zu anstrengend.

Dann kam irgendwann Ingress und die Planungstools dazu – das war auch geil, aber wieder was völlig anderes.

Heatmaps

Meine Bewegungsdaten zeichne ich seit ewigen Zeiten auf, die letzte Auseinandersetzung mit GPS-Daten und Navigation waren ja auch hier im Blog Thema.

So, und jetzt gibts da was für mich neues, mal abgesehen davon dass ich die Heatmaps meiner Radwege wunderschön finde:

MaxSquares

Für das neue Spiel musste ich mich bei Strava anmelden, weil das eigentlich für mich interessante Tool Veloviewer seine Daten von Strava verdaut.

Strava ist sowas ähnliches wie Facebook für Sportler: Man kann sich gegenseitig zeigen, was man für ein krasser Sport-Hengst ist, sich Kudos geben, auf irre vielen Strecken virtuell gegeneinander antreten und gemeinsam Ausfahrten planen.

Veloviewer saugt diese Daten an und generiert allerhand Mehrwert für Rennradfahrer, mich interessiert aktuell dabei aber nur, dass es eine Aggregation der Orte gibt, an denen ich schon mal mit dem Rad langgefahren bin.

Dazu nutzt Veloviewer die Kartendaten von OpenStreetmap, die in Kacheln eingeteilt sind. Diese Kacheln sind hier in der Hamburger Gegend in der größten Kartenauflösung ungefähr 1450 x 1450 m groß (hier gibts Details).

Die Grundidee des Spiels ist, möglichst viele zusammenhängende Kacheln zu befahren. Zusammenhängende, überfahrene Kacheln ergeben eine gemeinsame quadratische Fläche, deren Kantenlänge gezählt wird – dies wird als Max Square bezeichnet. Quadratisch ist wichtig – es geht nicht einfach nur um Kacheln, sondern um zusammenhängende in quadratischer Ausdehnung. Das geht aber eben nur, wenn innerhalb dieses Quadrats wirklich alle Kacheln befahren wurden.

Befahrene Kacheln färbt Veloviewer rosa, zusammenhängende quadratische Flächen aus befahrenen Kacheln blau. Der Unterschied zwischen unbefahrenen und befahrenen Kacheln ist etwas schwer erkennbar – Wihelmsburg hab ich komplett, es hat einen blauen Rahmen:

Veloviewer – Explorer Max Square

Um das dadurch entstehende Max Square möglichst groß zu bekommen, muss ich also erstmal ein paar Kacheln im Hafen befahren. Zum Teil sind diese gar nicht so einfach zu erreichen. 🙂

In meinem favorisierten Routenplaner bikerouter.de kann man die gleiche Ansicht erzeugen (in dem man die entsprechende Ansicht aus Veloviewer exportiert) und dann entsprechend eine Route durch die fehlenden Kacheln planen – allerdings sind hier die Kacheln, die man noch offen hat, blau markiert und nicht die, die man schon im Sack hat.

bikerouter mit eingeschalteten Max Square Tiles

Ich hab mal für die ersten Blocker im Hafen eine Route geplant und versuche, da überall ranzukommen. Bei der Kachel, die den Containerterminal Buchardkai abdeckt, bin ich mir nicht sicher, ob ich bis dahin komme.

Insgesamt wird es um Hamburg ein paar Kacheln geben, die einfach gar nicht mit dem Rad erreichbar sind (im nächsten Bild ist ein Beispiel rot markiert) – bei Airbus kommt man nicht aufs Gelände, und das Mühlenberger Loch fällt zwar trocken, aber fürs Radfahren reicht das bei weitem nicht. Eventuell geht das aber mit der Fähre, die nach Cranz fährt.

Mit dem Rad nicht erreichbar

Mal sehen, was das wird.

Es gibt einen Blogartikel, wie die Großmeister dieser Kunst eben auch unfahrbare Kacheln erreichen – oder es versuchen.


Einen Tag später…

Ich bin eine kleine industrialstyle Radtour durch den Hafen gefahren und hab mir alle Tiles für mein 7×7 geholt. Kalt war es, und … industriell.

Uber dem A7 Elbtunnel – mehr Bilder hinter dem Link

Das nach der Tour neue Spielfeld sieht nun so aus:

Mein erstes Maxsquare 7×7

Obwohl die nächste Erweiterung (Richtung Westen und Süden) relativ einfach sein sollte, schwant mir, dass man dafür immer weiter in unterschiedliche Richtungen fahren muss – vielleicht ist das aber auch Sinn der Sache. 🙂

Der Track sieht entsprechend albern aus, aber an mindestens zwei Stellen kommt man eben nur über die gleiche Route wieder weg.

Oder als Video (Relive):

November – eher ruhig

Im November bin ich keine längeren (also über 40km am Stück) Touren gefahren. An den Wochenenden war anderes wichtig, dafür bin ich relativ viel in der Stadt im Kreis und zur Arbeit gefahren.

Freiwillig (will sagen: Im Kreis, zum Entlüften und Bewegen) immer im Dunklen.

Abends ist es zumindest gefühlt etwas wärmer, und ich fahre ganz gerne im Dunklen, besonders seit ich diesen geilen Edelux-II Scheinwerfer, der nur den Weg erhellt und nicht den Gegenverkehr, habe. Da ich dann auch ungefähr wie eine brennende Marzipantorte aktiv blinke und leuchte, bin ich auch ganz gut zu sehen.

Alle aufgezeichneten Fahrten im November 2021 – Kartendaten: https://www.openstreetmap.org/copyright

Je heller die Farbe, desto öfter habe ich diese Strecke benutzt.

Ich mag die Darstellung als Heatmap sehr und habe mich da reingenerdet.

Eigentlich wollte ich auch meine durch das Handy gesammelten Positionsdaten mit aufnehmen, das Verfahren von Google, dabei nicht nur auf GPS-Standortdaten, sondern auch auf die von GSM-Masten und Wifi-Netzen zu setzen, macht das ziemlich ungenau, in der folgenden Darstellung kann man das teilweise sehen:

Alle aufgezeichneten Fahrten im September und Oktober plus Google Location Daten – Kartendaten: https://www.openstreetmap.org/copyright

Im Dezember hab ich Urlaub, vielleicht gibts da mal wieder ne längere Tour.

Fotografen: Wir müssen reden!

Ich geb ja zu, ich hab ziemlich unheilbar G.A.S. im Endstadium.

Deswegen musste ich mir neulich auch ne neue Kamera kaufen – meine schon für Wechselobjektivsysteme recht kleine Kamera passt selbst nur mit Pancake einfach nicht gut in meine Lenkertasche – was kleines musste ran, und nach etwas Herumnerden wurde es nicht die, die irgendwie alle kaufen (Sony Cyber-shot DSC-RX100 VII), sondern eine Canon PowerShot G5 X Mark II.

Erstens, weil Sony seinen ehrlichen Kunden mal ein Rootkit auf ne DVD gebraten hat – das ist zwar Jahre her, aber von so einem Hersteller will ich nix mit Strom kaufen, zweitens, weil die Canon sich besser halten läßt, eine offenere Blende kann und das UI nicht so beschissen ist, wie es eben bei Sony ist. Die geringere Maximalbrennweite und der schlechtere Autofokus stören mich eher nicht. Ausserdem war sie deutlich billiger.

Also – ich hab diese neue Kamera und benutze sie viel, weil sie einfach in die Hosentasche geht. Die Kamera übererfüllt alle meine ursprünglichen Erwartungen an eine Taschenkamera bis auf:

  • die Akkulaufzeit (nach ~220 Bildern ist Schluss mit dem Akku). Immerhin kann man über usb-c nachladen.
  • Gegenlichtaufnahmen (mach ich gerne) sind komplizierter, wenn sie geil werden sollen, als mit der MFT
  • die Modus- und EV-Räder verstellen sich relativ leicht ungewollt

Ansonsten habe ich im Urlaub (eine Woche Dagebüll – wir schreiben bestimmt noch was) auch mein normales MFT Zeug mit, aber überhaupt nicht benutzt. Selbst bei unserem Tagesausflug nach Amrum hab ich nur die kleine Kamera in die Tasche und ein Ministativ in die andere gesteckt und fertig.

Und – Überraschung – ich brauchte kein Makro, kein 800mm Tele, kein großes Stativ, x weitere Objektive zwischen WW und Tele mit großer Offenblende und so weiter, ich hab es mir gespart, viele Kilos durch die Gegend zu schleppen.

Wobei ja schon mein MFT Set abgespeckt ist, vorher bin ich mit Nikon F unterwegs gewesen, da hat alleine ein Telezoom soviel gewogen, wie alles MFT-Zeug zusammen. Vorteil war aber, dass man ohne Probleme Nägel damit einschlagen konnte. Hab ich nur selten gebraucht.

Zurück zur Canon: Selbst einen Pilz von nah und unten oder einen auf die Kamera zu rennenden Hund konnte ich gut ablichten, und solange man ein Stativ hat, sind auch Bilder im Dunklen kein wirkliches Problem.

Das ging nur, weil ich immer nen kleines Stativ dabei habe. Auch auf dem Weg zum Essen.

Bis auf das letze Bild sind die alle im Fokus und scharf.

Mit ohne großes Besteck beim Fotografieren

Ich glaub, ich brauch das dezidierte Set nur noch für Spezialaufgaben, wie Nachthimmel, Seeadler-Stalking, Veranstaltungen. Und ich finde das gar nicht schlecht – 300g statt 6kg geben mir ne Menge Freiheit. Das ist etwas schade, aber auch sehr geil.

Das Album mit den Bildern, die es bis zu Flickr geschafft haben.

Selbst ein aktuelles Handy kann (bis auf die eingeschränkte Brennweitenauswahl) da schon einiges, was früher der Profiklasse vorbehalten war. Und die Premium-Handys scheinen sich ja in Richtung Multi-Brennweite zu entwickeln. Ne passende Stativklemme dazu – fertig.

Die, die ihr auch viel fotografiert – oder zumindestens rumschleppt – geht Euch das auch so? Oder habt Ihr da FOMO at the decisive moment?

Sturm und Flexibilität

Wir haben Urlaub. In einem Ferienhaus in der Nähe von Dagebüll (von wo aus die Fähren nach Amrum/Föhr und Halligen fahren).

Ich hab geplant, mit dem Rad (und einer Übernachtung) hinzufahren, aber gestern und heute haben sich Ignatz und/oder Hendrik ausgetobt.

Deswegen dachte ich: Naaa, lieber mal ein Stück Bahn fahren, und von dort aus, wo der Scheiss vorbei ist, weiter.

Also um 14:00 in Wrist aus der Bahn purzeln – trocken und schön.

Trockener, sicherer, und überhaupt.

Also Strecke umgeplant, ausgeschlafen und viel später los, so dass ich den Zug dort verlasse, wo das Wetter durch ist, dann weiter wie gedacht.

Ticket gekauft, los. WIE SO EIN ANFÄNGER!

Latürnich ging da nix, die Stimmung auf dem Hauptbahnhof war auch eher unterkühlt, um nicht zu sagen schlecht.

Aufnahmezeitpunkt: 13:01 – immerhin gibt es immer noch den doofen Maulwurf

Eigentlich war die Stimmung sogar pogromartig gegenüber allem, was eine Bahnuniform oder einen Bahnrucksack trug.

Das hätte ich auch zuhause lesen können, auf dem Bahnhof gab es keinerlei Information bis auf ‚Zug von 10:39 fällt aus‘. Um 13:00 Uhr.

Nach längerem (zwischendurch hatte unser Zug wieder ein Fahrtziel) Rumhängen in rollenden Wärmeräumen mit Fahrradabteil bin ich doch unsicher geworden, wie lange das geht und mein Zeitfenster, im letzten Büchsenlicht am Übernachtungsplatz anzukommen, um das Zelt nicht im Dunklen aufstellen zu müssen, schloss sich immer weiter. Also im geilsten Starkregen mit dem Rad wieder nach Hause gefahren.

Muss dann doch mal meine Regenjacke nachimprägnieren…

Also – das nächste Mal vorher in die Bahnapp gucken und Tickets erst vor Fahrtantritt kaufen, Nahverkehrstickets sind nicht erstattungsfähig.

Morgen dann ein neuer Versuch, noch dichter ran an den Zielort, ohne Übernachten. Dafür hat sich das Wetter beruhigt. Ich hoffe mal, die bekommen die Strecke bis morgen wieder frei.

Elbe – Alster – Trave – Ostsee

Ein erkennbar sonniger Samstag im Oktober stand vor der Tür – noch einmal eine Chance auf eine schöne Herbsttour!

Statt selbst Touren in allen Details zu planen, greife ich gerne auf gescoutete Routen zurück, wie z.B. auf die von Orbit360.cc wie bei Marsian Mountains – na fast oder diesmal auf eine Strecke vom HanseGravel (Graveltour in mehreren Etappen von Hamburg nach Stettin) von Hamburg nach Lübeck.

Die Strecke führt anfangs mitten durch Hamburg, und trotzdem fast die ganze Zeit durchs Grüne, immer an der Alster entlang. Dafür muss man ein paar Mal das Rad Treppen hoch tragen, hat aber kaum Kontakt zum Autoverkehr.

Dabei folgt man der Alster bis Kayhude (das ist am grünen Boppel im folgenden Screenshot), ab Bad Oldesloe dann der Trave beziehungsweise später der Untertrave bis zur Lübecker Bucht der Ostsee.

Ab Lübeck hab ich selbst geplant, weil ich gerne auf der östlichen Seite der Untertrave bis zum Priwall fahren wollte.

Tourverlauf

Das sind lockere 140km, also musste ich wieder früh aufstehen, um das Tageslicht bestmöglich zu nutzen. Ich bin trotzdem erst nach 8 losgekommen, weil ich mich wegen der Aussentemperaturen (ganz schön frische 5° und Raureif auf dem Balkongitter) schwer einmummeln musste – aber gleichzeitig so, dass ich auch bei 15° überlebe. Schwierig, wenn man mit nur wenig Gepäck/Platz für abgelegte Klamotten fahren, aber auch in Pausen nicht frieren möchte.

Irgendwann ging es dann doch los mit der Viele-Flüsse-Queren-Reise.

Harburg und Elbinsel

Erstmal über die Süderelbe mit leichten Restnebelfliesen über der Oberfläche…

Auf der Süderelbbrücke

Restnebel über der Süderelbe

Dann, nach dem Durchqueren des nebligen Wilhelmsburgs und der Veddel, die Norderelbe.

Auf der Norderelbbrücke

Norderrelbe in der Sonne

Der Reif auf den Brücken verschwindet langsam.

Feuchtigkeit auf dem Radweg auf den Norderelbbrücken

Tau taut langsam weg

Hamburg

In der Stadt angekommen, ist es noch leer. Selbst am Jungfernstieg und an der Binnenalster ist nix los.

An der Binnenalster

Noch Ruhe an der Binnenalster

Entlang der Hamburger Who-is-who-Joggingstrecke an der Aussenalster bin ich lieber die (relativ) neue Fahrradstrasse entlang gefahren anstatt direkt am Wasser, hier war trotz der frühen Zeit schon einiges unterwegs.

Das wurde aber schnell wieder besser, vielleicht auch, weil der Track der Ostseite der Alster folgte und dort noch nicht so viel Sonne hin schien.

An der Alster entlang

Im Schatten ist es noch sehr feucht

Insgesamt: Es war wenig los, und die Leute, die hier joggen, Fahrrad fahren oder ihre Hunde zum Kacken führen, haben ihre Bewegungsmuster und Hunde ganz gut im Griff, tagsüber ändert sich das, und im Sommer würde ich das eher lassen – die Schilder, die um gegenseitige Rücksichtnahme werben, stehen sicher nicht aus Zufall hier.

Überall, wo die Sonne hinleuchtet, leuchten die Herbstfarben und es wärmt endlich leicht. Noch ist die Umgebung parkartig mit fein geschotterten Wegen, geprägt vom Wohlstand Hamburgs.

ein feingeschotterter Weg

Langsam, so hinterm Ohlsdorfer Friedhof, wird es ländlicher, waldiger. Trotzdem ist etwas hinter dem Uferstreifen noch Grossstadt, aber davon bekommt man nichts mehr mit.

Es wird ländlicher

Der Uferweg wechselt immer öfter die Seiten, der Weg wird auch immer mehr zum typischen Waldweg, die Alster ist nicht mehr schiffbar.

Inzwischen sind zumindest in der Sonne 10°, ich ziehe die WindRegenSchwitzjacke aus und knautsche sie zusammen mit den Fingerhandschuhen in meine Tasche, die erste Zeit, in der Trikot und Armlinge abtrocken, ist es wieder sehr verdunstungskühl, vor allen an den Armen.

Waldweg

Eine Spiegelung in einem Weiher

Eine Spiegelung in einem Weiher

Kurze Pause an einem Unterstand im Wald

Kurze Pause

Diese Kiste schützt das Getriebe des Wehres mehr so mittel gut gegen Fehlbedienung

Diese Kiste schützt das Getriebe des Wehres mehr so mittel gut gegen Fehlbedienung

In Duvenstedt verlasse ich die Alster kurz, um einen Bäcker zu finden, was auch gelingt. Leider wollen hier alle Bargeld – soviel Bargeld hab ich gar nicht bei.

Nun beginnt das wilde Schleswig-Holstein!

ein geschotterter Weg mit Laub entlang der Alster

Ein Nachteil des Weges direkt an der Alster: Es wird nicht richtig warm, weil die Alster hier in einem Flusstal entlang läuft, in das die tiefstehende Sonne nicht gut reinscheinen kann.

Und dann auch noch dass:

Gesperrte Brücke

Gesperrte Brücke

Da die Sperrung bereits unautorisiert aufgehoben wurde, gut sichtbar nur das Brückengeländer betrifft und ein Umweg echt weit wäre, wage ich es.

Mehr Punk geht nicht!

eine schmale Fahrspur entlang einer Viehweide

Die Strecke ist wirklich hervorragend gescouted. Es gibt Stellen, an denen man absteigen muss, das ist aber der ansonsten so tollen Streckenführung geschuldet.

Leider gibt es von diesen Stellen keine Bilder, weil ich da entweder mit weissen Knöcheln an den Bremsgriffen ziehe, weil es unvorhersehbar steil abwärts geht und ich die Fuhre irgendwie zum Stehen bekommen muss oder weil ich beide Arme bereits zum Rad tragen brauche.

Bad Oldesloe

Zur Versorgung der Hansegraveler geht der Track auch einmal quer durch die Fussgängerzone von Bad Oldesloe, ich kann da entspannt im Fussgängertempo hinter einer Familie her rollern, aber ich kann mir auch vorstellen, wie das aufgenommen wird, wenn im Laufe eines Spätvormittages 150 verdreckte Radfahrer am liebsten im Renntempo und im Rudel da durch wollen; aber dafür werden die meisten auch irgendwas an Proviant gekauft haben.

ein geschotterter Weg

Der Fluss, neben dem ich immer wieder herfahre, ist nun schon etwas länger verschwunden, beim nächsten Auftauchen fliesst er auch in die andere Richtung.

Mich deucht: Das ist nicht mehr die Alster, sondern die Trave. Hab mir das vorher auf der Karte nicht so genau angesehen.

Die Trave von einer Brücke aus fotografiert

Leider bin ich zu blöd, Pausenplätze finden bzw. sie auch zu nutzen – es gab eine schöne, bereits abgetrocknete, sonnige Stelle mit einer Bank (wechselwarme Radler und deren feuchte Regenjacken wollen das) in Bad Oldesloe im Stadtpark(?) – ich verschmähte diese, weil Stadtpark, und weil bestimmt gleich eine noch bessere kommt…

Pausenstress

Ich Idiot – die nächsten 15km kommt eben genau nix vergleichbares. Wasser ist auch fast alle.

Kurbel, kurbel, kurbel.

Es ist wirklich schön hier, hügelig, irgendwas mit Endmoränen, bestimmt. Die Trave fliesst in einem eigenen Tal, die Strecke weicht oft davon ab, läuft etwas oberhalb auf dem Kamm. Dann brettert oder schliddert man einen Fußpfad runter, der sich direkt an der Trave kurz vor der Brücke (gerne 70iger Jahre Spannbeton) auf Brückenweite aufweitet, über die Brücke, Verschmählerung auf Fußpfad, und auf der anderen Seite wieder hoch.

Keinen Schwung. 6 Gang, 3. Gang, keine Traktion, echt steil, Sand, fiese Wurzeln. Runter vom Rad, hochschieben, gucken. Geil. Aufsteigen, repeat.

Fußpfad mit Brücke

Fußpfad mit Brücke

Das Kurbeln braucht Wasser, in Klein Wesenberg ist eine Kirche mit Friedhof – super zum Nachtanken von Wasser. Ich hab nicht nur die Flaschen gefüllt – mit Wasserbauch gehts weiter, immer noch auf der Suche nach einem Pausenplatz.

Lübeck

In den Aussenbezirken von Lübeck angekommen fahre ich nicht mehr auf dem HanseGravel-Track weiter, sondern auf einer von mir geplanten Strecke um die Innenstadt von Lübeck südlich zu umgehen und auf die östliche Seite der Untertrave zu gelangen.

In Moisling (einem südlichen Vorort von Lübeck) bekomme ich beim Bäcker ein Käsebrötchen mit Pute – wieder wollen sie Bargeld und die Suche nach einem Pausenplatz wird dringender, ich hab Hunger.

ein Weg mit zwei Fahrspuren und Grass in der Mitte

Nach dem Überqueren der Wakenitz ist die Stadt wieder vorbei, es geht rein in den mecklenburgischen Wald. Wunderschön, lichter Kiefernwald.

MeckPom

Aber keine Bänke und die Wege sind auch sehr ruppelig. Irgendwann reicht es mir – dann eben keine Pause im Sitzen.

Restavel an ein Bäumchen gelehnt

Rad an ein Bäumchen gelehnt, Brötchen gegessen, mit Wasser nachgespült – nur in Ruhe sitzen oder kurz mal auf dem Rücken liegen ging hier nicht, zu sandig. Das gute daran: Es verkürzt die Pausenzeiten 🙂

Dann weiter durch die Palinger Heide über ruppelige und sandige Wege. Ich bin der Meinung, dass die neu aufgezogenen G-One Bite Mäntel besser mit Sandlöchern klar kommen als die vorher montierten G-One Allround in der Lüneburger Heide.

im Wald

Die Wege werden allerdings schnell wieder besser, ab und zu lugt die Untertrave – hier von großen Seeschiffen befahrbar – über die verblühten Mais- und Sonnenblumenfelder – sehr schön.

ein Maisfeld Im Hintergrund die schiffbare Trave, im Vordergrund ein Maisfeld

Unverhofft taucht eine Trucktankstelle auf – ich kaufe mir einen Liter Cola und ein Trucker-Spezial, endlich mit Plastik bezahlen und Zucker satt!

Wer sich auf den Bildern vom Rad über die Colaflasche wundert – es gibt für mein Flaschenhaltersystem  auch einen leeren Halter, an dem man beliebige Gegenstände mittels Boa-Drahtwickelsystem (wie an manchen Radschuhen auch) festklemmen kann. Die leere Flasche gebe ich beim nächsten Kauf ab und bekomme eine neue, kalte.

auf einem Feldweg

Das Trucker-Spezial erweist sich später als labriges ‚Baguette‘ mit Barbeque-Sosse und Fleisch unklarer Herkunft (irgendwas zwischen Bulette und falschem Hasen) und Krautsalat. Wir haben ja auch hier im Blog immer das Mantra des landestypischen Essens hoch gehalten, aber das war mal nen Griff ins Klo.

Maisfeld, Trave, Feldweg

Der Radweg geht ein Stück parallel zu einer Landstrasse, auf der ein alter, langsamer Trecker mit zwei Anhängern voller Kiefern fährt – mit einer riesen Autoschlange dahinter.

Bergan ist er schneller als ich, in der Ebene und bergab bin ich schneller. Jedesmal, wenn einer von uns den anderen wieder einholt, grüßen wir erfreut.

Die Autoschlange dahinter ist zunehmend genervter, es gibt wilde Überholmanöver von weit hinten in der Schlange.

Fischerboote in Dassow

In Dassow liegen ein paar Fischerboote. Vor 30 Jahren konnten die Fischer von hier aus nur den Dassower See befischen, die Trave und wahrscheinlich schon die Potenitzer Wiek war für DDR-Fischer unerreichbar.

Der Weg biegt ab auf den Deich, nun geht es schnurstracks in Richtung Ziel – ab und zu lugt schon das Hochhaus des Hotel Maritim in Travemünde über die Baumkronen.

ein Weg mit gepflasterten Fahrspuren und Grasnarbe in der Mitte

Auf diesem Weg ist überhaupt kein Verkehr, er ist warm, sauber und trocken – ich beschliesse, mich kurz in einer Ausbuchtung auf dem Weg hinzulegen – das Rad ordentlich an einen Baum gelehnt – und ich hab ja noch das Trucker-Spezial vor mir…

Kaum liege ich, hält rasant ein Rad neben mir, ob alles ok sei. Muss lachen, bedanke mich, erkläre, dass ich keine Bank gefunden habe, und dass es sehr schön ist, hier zu liegen. Er lacht auch, fährt weiter.

Sehr kurze Zeit später noch mal das gleiche. Alter – ich treffe den ganzen Tag kaum Leute mit Rennradklamotten, aber hier sammeln sie sich…

Bedanke mich wieder für die Aufmerksamkeit. Während ich mich aufraffe, die dritte. Und da, 600 Meter weiter, sei eine Bank. Super!

Dort nehme ich einen Bissen Trucker-Spezial – gar nicht mal so lecker.

Priwall

Zwischen Pötenitz und Priwall muss ich parallel zur Blechlawine, die auch zur Fähre Richtung Travemünde rollt, an der Landstrasse entlang fahren. Nicht schön, anscheinend sind alle in den Blechkisten hart genervt.  Also direkt hinter der ehemaligen Grenze scharf rechts wegbrechen, möglichst weit ans Wasser ran – auf den passenderweise so genannten Dünenweg.

Und da isse, die Ostsee!

(Denkt Euch ein Foto, ich hab vergessen, eins zu machen). Ich bin aber auch nicht weiter Richtung Wasser gegangen, alles tiefer Sand – ich hab noch genug Sand aus der Lüneburger Heide in den Schuhen und ich hätte das Rad auch stehen lassen müssen.

An der Priwall-Fähre angekommen, musste ich wieder mit Bargeld (am Automaten, der auch Karte konnte, aber wohl nicht bei so geringen Beträgen wollte) die Überfahrt nach Travemünde lösen. Mit den letzten Cent ist mir das gerade so und trotz der sehr individuell gelösten Menüführung gelungen, ohne jemanden anzuschreien.

Am Fähranleger Priwall Auf der Priwallfähre

Travemünde

Auf der Travemünder Seite war erstaunlich viel Tourismusbetrieb. Ich hab mich bis zum Hotelturm geschlängelt, eigentlich wollte ich noch ein Eis oder so essen, das war aber nur im Schatten möglich und erschien mir zu kalt.

in der Travemünder Shoppingmeile

Ich hab mir dann noch etwas die heimische Tierwelt an der Strandpromenade angesehen und bin dann auch schon zum Bahnhof.

Eine Silbermöve stolziert auf einer Sitzbank

Admiral Weber bei der Abnahme der Parade

Vom Travemünder Strandbahnhof aus bin ich mit dem Regionalexpress wieder nach Hamburg gefahren, und von dort aus mit dem Rad nach hause.

Stadtbahnhof Travemünde

Regionalexpress

Das Heimfahren im Regionalexpress hat wieder genervt – es war nicht voll, aber das Mehrzweckabteil zieht anscheinend Schwachköpfe an, die auch irgendwo anders im Zug fahren könnten. Für Rad- und Rolli- und Kinderwagenfahrer ist das nicht so, also sucht Euch gefälligst nen Platz im Rest des Zuges und geht nicht Leuten auf den Kecks, die dort fahren müssen und schon allein deshalb ne kurze Zündschnur haben!

Abendrot durch ein Regionalexpressfenster

Der Tag ist offiziell vorbei

So ein geiler Tag!

  • Morgens war es etwas frisch (ok, abends vom Hauptbahnhof nach Hause auch), aber beim Fahren wird einem ja schnell warm, man darf nur nicht anhalten 🙂 Ich hatte gerade so genug Klamotten dabei, um beim Warten auf den Zug nur ganz wenig zu frieren. Nächstes Mal muss vielleicht doch eine wärmende statt einer windabweisenden Jacke mit.
  • Ordentlich gescoutete Strecken sind super, zumindest die, die ich bisher ausprobiert habe. Ich glaube, ich wäre nicht auf die Idee gekommen, dass man aus Hamburg raus so schön unbehelligt fahren kann.
  • Herbst ist toll! Die Farben, die Kälte am Morgen, die dann endlich spürbare Wärme der Sonne…
  • Die neuen Reifen machen einen Unterschied in der Radkontrolle auf Sand
  • Ich habe mangels guter Gelegenheiten weniger lange Pausen gemacht und bin dafür noch sehr deutlich im Hellen angekommen, ohne kaputt zu sein.
  • Regionalbahn fahren nervt, ist aber auch schön warm

Die ganze Tour bei komoot:

Oder als Video (Relive):